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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  a  r  a  j  a  n

einfachen  Consonanten  begegnen.  Einmahl  nur  findet  sieh  emptzichlich
f.  entzichleich  153,  gegen  G.  enczichleich  W.
Dem  ähnlich  liebt  K  auch  sonst  die  Verwendung  milderer  Consonanten ­
  an  der  Stelle  schärferer.  So  hat  sie  bruoderschaft  80  gegen
pruedersöhaft  G.  bewag  12,  wogegen  G.  pewag,  per  eit  bietet,  und
nur  hie  und  da  begegnen  geschärfte  Anlaute  wie  pehag  24,  per  eit
32  und  pringen  101  gegen  G.
Auch  h  f.  eh,  also  auch  der  mildere  Consonant  gegen  den  schärferen ­
  inlautend  nach  streng  mhd.  Regel  findet  sich  allenthalben  in
K  gegen  W  und  G.  So  in  fürlit.  6.  fehlen:  gerehten  58  und  59.
niht  20.  92.  181.  gescliiht  21,  sieht  176  chncht  177,  hohvart  94,
hohvertiger  188,  vorihten  81,  moht  99  vihe  149.
Auch  s.  f.  z.  wird  nach  mhd.  Regel  in  I{.  gerne  gesetzt.  So  in
was  61.  151.  Des  66  des  31,  ivas  61  gegen  W.  und  G.,  die  an  all
diesen  Stellen  fehlerhaftes  z  verwenden.  Dagegen  gebraucht  K  z
wohlweislich  da  wo  G  fehlerhaftes  s  hat.  So  in  Swaz  1,  dar  ouz  144.
w.  f.  b  und  p.  und  zwar  gegen  G  hat  K  in  Olwendin  131  für
olbentin,  und  gewunden  f.  gepunden  in  145.
Von  Formen  die  von  K  mit  Vorliebe  verwendet  werden  merke
ich  an:  dehein  f.  chain  115  und  33  gegen  W  und  G;  ez  f.  is  57
und  66.  gegen  G;  der  grabe  f.  graben  163,  176,  179.  183  gegen
W.  und  G.;  iemen  f.  yeman  gegen  W  iemant  gegen  G.;  wandt
wan  99.  111,161  gegen  G;  endlich  allenthalben  ze  f.  zuo  und  zu  3.
7.  40.  58.  84.  91  und  142  gegen  W  und  G-Gänzlich
  abweichend  erscheinen  nur  wenige  Worte  und  Stellen
in  K.  von  den  bisherigen  Handschriften.  So  hat  K  in  z.  133.  Chamaiober
  für  chembel  W  und  Chemmel  G.;  auf  z.  59  gerehten  f.  tzu  reilten ­
  G.  emptzichlich  153;  mlang  f.  niht  lang  158.  gegen  G.,  duz
lebn  f.  sein  leben  178.  G.
Zu  den  Zeilen  48  und  159  haben  W  sowohl  wie  G  den  Zusatz
des  Wortes  wol  der  in  der  ersteren  Zeile  nach  dem  eingefügt,  in  der
zweiten  nach  halt  dem  Verse  dient.  In  der  Zeile  68  dagegen  hat
sowohl  W  wie  G  nach  Maister  den  Artikel  der  eingeschaltet,  der  das
Metrum  stört  und  mit  allem  Rechte  in  K  fehlt,  \yo  teutscher  Herren
zu  schreiben  sein  wird.  Endlich  ergänzt  noch  die  neue  Handschrift
eine  Zeile,  welche  in  W.  fehlt,  in  G.  aber  nicht,  nämlich  die  Zeile  89
'  Vnd  ouch  die  templaer.'
            
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