Zu Seifried Helbling und Ottacker von Steiermark.
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zu obigen 47,700 gehalten schliessen lässt, dass die vollständige
Handschrift, was ihre vordere Hälfte betrifft, beiläufig dasselbe enthielt,
was uns in der einen Wiener ganz, in der zweiten wie der
Admonter, Jenaer, Wolfenbüttler und Stockholmer zum Theile erhalten
ist.
Was aber wissenschaftlich ungleich wichtiger erscheint, abgesehen
von der inneren und äusseren Beschaffenheit der neuen Handschrift,
ist Folgendes. Diese lehrt nämlich durch ihr Älter und die
Beachtung der Lagen-Nummer am unteren Rande des Blattes, dass
schon zur Zeit des Dichters jene beliebte Erzählung von der Belagerung
von Accon, bei 8000 Zeilen füllend, welche später wiederholt
einzeln in Handschriften zu Jena, Wolfenbüttel und S. Gallen i)
begegnet, und möglicherweise auch später in das grössere Reimwerk
eingeschoben sein könnte, schon damals einen Bestandteil von
Ottackers Chronik bildete.
Ich schreite nun zur näheren Betrachtung der sprachlichen
Eigenthümlichkeiten des neu gewonnenen Klagenfurter Bruchstückes,
das ich mit K bezeichnen werde, will dessen Verhältnis zu
W, das ist der Wiener Handschrift Nr. 3047 erörtern, der einen
nämlich, welche den Inhalt von K bietet, zugleich aber auch die
Abweichungen der Wolfenbüttler, die ich mit G (Guelferbitanus)
bezeichne, einreihen. Ich schildere zuerst die Verhältnisse des
Vocalismus in der neuen Handschrift in seinem Verhalten zu den
anderen, lasse den Consonantismus folgen, verzeichne darnach vom
Schreiber mit Vorliebe gebrauchte Formen einiger Wörter, sowie
bedeutendere Abweichungen von den übrigen Handschriften, betrachte
ferner das Verhalten dieser Niederschrift in metrischer Beziehung,
und schliesse endlich mit der Bezeichnung einiger Abgänge und
Zusätze von K im Verhältnisse zu W und G.
Die Abweichungen von K in der Stockholmer und Jenaer Handschrift
konnten aus folgenden Gründen nicht hinzugefügt werden.
Die Stockholmer Handschrift nämlich, welche sich jetzt in vollständiger
Abschrift auch an der Wiener Hofbibliothek unter der
Nummer 14,978 vorfindet, umfasst von Ottackers Chronik nach dem
Pezischen Druck nur das Stück von Capitel 652, Spalte a. Zeile 26
‘) G. Scherer S. Gallesche HSS. S. 36 ff. Die Handschrift ist mir leider im Augenblicke
nicht zugänglich.