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Karajan
dagegen hat sich, bis auf ein paar kleine Lücken, welche die vortretenden
Rückenbünde veranlassten, ganz gut erhalten.
Die auf starkes Pergament geschriebene Handschrift hatte
ursprünglich hei 10i/ 3 " Höhe und bei 7i/ 3 " Breite. Jede der beiden
Spalten der Seiten bestand aus 47 Zeilen. Die Anfangsbuchstaben der
einzelnen sind wie gewöhnlich roth durchstrichen, nur bei Vers 122
zeigt sich eine grössere Initiale; am unteren Rande der Stirnseite des
Blattes aber gegen die rechte Ecke hin von alter Hand in römischen
Ziffern geschrieben die Bezeichnung der Lage, welcher unser Blatt
einst angehörte. Es bildete darnach das erste Blatt der 'XXVIII.’ Lage
der Handschrift.
Diese Wahrnehmung ist lehrreich. Nimmt man nämlich für die
Handschrift eine Eintheilung nach Quinternionen an, also nach Lagen
von fünf Doppelblättern, eine bei Quarthandschriften jener Zeit häufig
vorkommende, so ergibt diess, bei vier Spalten von je 47 Zeilen auf
dem Blatte, für jedes derselben eine Verszahl von 188 als Regel,
denn zuweilen stehen auch zwei kürzere Verse auf einer Zeile, für
die Lage also beiläufig 1880 Verse, eher mehr als weniger. Die
27 Lagen also, die unserem Bruchstücke ursprünglich vorangiengen
enthielten also etwa 30,760 Verse, von denen man aber etwa
3000 Zeilen wird abziehen müssen für die 436 Capitel-Überschriften,
welche der Pezische Druck, nach der einen der Wiener Handschriften,
wie die Admonter und die Jenaer enthalten. Es bleiben somit rund
47,700 Zeilen übrig, die unserem Bruchstücke einst, wie zu vermuthen
ist, vorangiengen.
Vergleicht man nun diese annähernde Ziffer mit der Zahl der
Verse die im Pezischen Drucke der Eintrittsstelle unseres Bruchstückes
wirklich vorangehen und erwägt man, dass grössere leere
Zwischenräume vor und nach der Eingangsrede der Chronik die
Gesammtziffer leicht um ein paar 100 Verse vermindern konnten, so
stellt sich ein lehrreiches Ergehniss heraus. Man kommt übrigens
beim Pezischen Druck auf die annähernd richtige Ziffer, wenn man
nach Abzug der Seiten 1 bis 14, welche Pez’s Vorrede und ein
zweiter Titel einnehmen, die übrig bleibenden 408 Seiten des Textes
bis zu unserem Bruchstücke, mit den 124 Versen jeder Seite multipliciert
und von der Gesammtsumme die 436 Capitel-Überschriften
von je 7 Zeilen abzieht. Also 408x124 gibt 50,592. Davon ah
436x7 das ist 3052, ergibt eine Verszahl von rund 47,540, welche