Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

558

Phillips

(Fluss)  noch  eroa  (schäumend)  hinzuzufügen  l4 )  oder  es  als
nothwendig  anzunehmen,  die  Griechen  hätten  zur  Vermeidung  des
Triphthongen  ein  euphonisches  r  eingeschaltet.  Das  Wort  ibar  bedeutet
„Thal“,  denn  im  obigen  ibarra  ist  a  der  Artikel,  vor  welchem  das  r
regelmässig  verdoppelt  wird  15 ).  Es  wäre  daher  möglich,  dass  die
Griechen,  als  sie  die  Urbewohner  Hispaniens  kennen  lernten  und  die
Worte  ibar  und  ibai  vernahmen,  jene  als  ’Tßvjp-sg  oder  auch  ”lßr,p-oi
und  das  Thailand,  in  welchem  sie  dieselben  antrafen,  ’lßrip-ia  und
darnach  auch  den  Fluss  ’'lj3r ; p  nannten  '«).  Diesen  Namen  "lßr,pe?
kennt  schon  Hekatäus  17 )  ums  Jahr  500  vor  Christi  Geburt,  aber  wir
wüssten  damit  doch  nur  so  viel,  wie  die  Griechen  den  Stamm  genannt ­
  haben,  nicht  aber  mit  Bestimmtheit  ob  dieser  sich  nicht  selbst
mit  einem  andern  Namen  bezeichnete.  Es  werden  nun  im  Laufe  der
Zeit  eine  grosse  Menge  einzelner  Stammes-  und  Gemeindenamen
von  den  alten  Autoren  erwähnt  und  da  wäre  es  denkbar,  dass  auch  der
der  Iberer  anfänglich  nur  ein  solcher  einzelner  Stammname  gewesen
sei,  der  erst  allmählig  seine  Ausdehnung  auf  das  ganze  Land  erhalten ­
  habe.  Dahin  scheint  eine  Bemerkung  des  Strabo  zu  zielen,  welcher
sagt,  dass  eigentlich  nur  das  Land  zwischen  dem  Ebro  und  Pyrenäen
Iberien  genannt  worden  sei  t»),  Allein  derselbe  Schriftsteller  10 )  gebraucht ­
  nicht  nur  selbst  den  Ausdruck  'Ißrjpia  fortwährend  für  die
ganze  pyrenäische  Halbinsel,  sondern  erzählt  auch  noch  obendrein
dass  mit  diesem  Namen  einstmals  alles  Land  im  Westen  des  Rhodanus
bezeichnet  und  erst  später  darunter  nur  das  Land  im  Süden  der
Pyrenäen  verstanden  worden  sei 20 ).  Die  Römer  gebrauchten  die  Bezeichnungen ­
  Iberia  und  Hispania  abwechselnd  21 ).  Die  Sache  hat
sich  indessen  allmählig  dahin  gestaltet,  dass,  während  die  Griechen
l4 )  Vergl,  Humboldt,  a.  a.  0.
lä )  Vergl.  van  E  y  s  s  ,  Essai  (Tune  grammaire  de  la  langue  basque.  p.  8
16 J  Auch  möge  bemerkt  werden,  dass  es  in  den  baskischen  Provinzen  mehrere  hielier
gehörige  Personennamen  gibt,  z.  B.  Ibarra,\Ibarrondo  von  ibar  und  ondo  (das  franz.
souche)  oder  ondoan,  (aupres)  um!  lbarzabal  (Thal-offen,  Thal-flach)
17 )  H  e  c  a  t.  ,  11—18  (ed.  Klausen.  Berl.  1831.)  p.  44  sqq.
!8 )  Strabo,  1.  c.  Lib.  III.  cap.  4.  §.  19.  p.  138.
ls )  S.  oben  S.  521.  p.  164.  Vergl.  S  c  y  I  a  c.  Periplus.  n.  2.
20 )  Vergleiche  Artemidor  bei  Steph.  B  y  z  a  n  t.  v.  'L^vjptot.  p.  143.  —
Vergl.  auch  H  u  m  b  o  I  d  t,  a.  a.  0.  S.  61.  —  Baumstark,  Hispania  bei
Pauli,  Realencyklopiidie.  Bd.  3.  S.  1392.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.