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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

v.  Schulte

SO
nämlich  darin:  'Quaedam  episcopalis  ecclesia,  quam  canonici  saeculares
  inhabitabant,  plures  habuit  possessiones,  quae  videlicet  uuicuique
  iilorum,  prout  euiusque  dignitas  exigebat,  ab  exordio  ipsius
ecclesiae  fuerant  assignatae’  .  .  .
In  Num.  12  kommt  noch  folgende  Stelle  vor.  'Idempotest  probari
ad  instar  cuiusdam  decreti,  cuius  summa  talis  est.  Quidam  pecuuiam
cerlam  statuta  die  se  daturum  iuravit.  Termino  vero  adveniente  rem
praefatam  ei,  cui  iuravit,  ipse  praebens  bona  fide  deferebat.  Casu
fortuito  incidit  in  latrones,  eumque  omnibus  bonis  expoliaverunt.  De
isto  quaerebatur,  utrum  foret  periurus  nee  ne?  Sed  dicitur  absolutus
a  iuramento,  ut  in  quibusdam  decretis  reperitur,  sed  promissa  cogitur
  adimplere,  11t  quiditm  magistri  asserunt.’
Die  Casus  des  Richardus  Anglieus,  Damasus,  ßenencasa
  u.  a.  gehören  tlieils  der  Decretalenliteratur  an,  tlieils  fallen  sie
in  eine  Zeit,  welche  über  die  für  diese  Mittheilungen  gesetzte  Grenze
hinaufreicht.  Ich  werde  deren  Schriften  im  Zusammenhänge  besprechen. ­

$.  2.  Tractatus.
Abgesehen  von  ganz  kleinen  Excursen  sind  besonders  zwei
Materien  monographisch  sehr  früh  behandelt  worden:  Process
und  Eherecht.
I.  P  r  0  c  e  s  s.
a.  Zu  den  ersteren  kann  auch  jene  Schrift  gerechnet  werden,
welche  ich  unter  dem  Namen  Summa  legum  ausführlich  erörtert
habe  ').
!).  Ausschliesslich  dem  Processe  ist  aber  gewidmet  eine  zweite
Arbeit,  welche  der  Cod.  ms.  der  kön.  Bibliothek  zu  Bamberg
P.  I.  11  von  einer  Hand  des  XIII.  Jahrhunderts  fol.  öö  —  (>3'’  in  2  Colzu
  je  42  Zeilen  enthält.  Sie  lallt  nach  1179,  da  sie  die  Schlüsse  des
3.  Lateranensischen  Coneils  berücksichtigt,  aber  vor  die  Compilatio
prima,  gehört  mithin  unbedingt  zu  den  ältesten  auf  dem  canouischen
Rechte  lussenden  Ordines  judiciarii.  Wegen  dieser  seiner  Bedeutung

')  Sitz.  Ber.  LV1I.  Bd.  S.  434—4G0  und  Nachtrag  I.XIII.  S.  287  B\
            
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