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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Einwanderung-  der  Iberer  in  die  pyrenäische  Halbinsel.

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menden  Lichtes  hätte  bezeichnet  .werden  können.  So  lange  als  keine
besseren  Gründe  für  die  frühere  arktische  Heimath  der  Iberer  beigebracht ­
  werden,  möchte  dieselbe  doch  im  höchsten  Grade  problematisch ­
  bleiben  >°).  Wird  hiermit  zwar  die  Herkunft  der  Iberer  aus
dem  hohen  Norden  zurückgewiesen,  so  thnt  dies  doch  der  Ansicht,
sie  seien  vom  Norden  her  über  die  Pyrenäen  nach  Hispanien  eingewandert ­
  noch  keinen  Eintrag.
Während  man,  wie  oben  gezeigt,  aus  der  heutigen  Sprache
der  Basken  hat  folgern  wollen,  die  Iberer  seien  aus  den  Gegenden
des  Eises  gekommen,  so  hat  eben  diese  Sprache  auch  dazu  gedient,
um  zu  beweisen,  sie  seien  aus  Ägypten  nach  Hispanien  eingewandert ­
  *i).  Man  hat  diess  geschlossen  aus  dem  Worte  „urtea“  womit
im  Baskischen  „das  Jahr“  bezeichnet  wird.  Urten  aber,  so  argumentirt
  man  weiter,  kommt  her  von  um  |3 ),  d.  i.  „Wasser“  und  diess
weise  auf  die  jährlich  wiederkehrenden  Überschwemmungen  des  Nils
hin.  Auch  in  dem  im  heutigen  Baskischen  vorkommenden  Bnson-Juon
  hat  man  eine  Andeutung  früherer  Wohnsitze  der  Iberer  in
Afrika  erkennen  wollen,  indem  man  diesen  „wilden  Herrn“  für  den
Orang-Utang  erklärte  IS ).  Indessen  dann  könnte  man  auch  die  Wohnsitze ­
  der  Germanen,  bei  denen  bekanntlich  „der  wilde  Mann“  eine
grosse  Rolle  spielt'*),  so  wie  nach  ihren  Wappen  die  Heimath  einzelner ­
  Fürstenhäuser  nach  Afrika  verlegen.  Es  sei  damit  nicht  behauptet, ­
  dass  die  Iberer  nicht  vielleicht  ehedem  in  Afrika  gewohnt
hätten,  sondern  nur  so  viel,  dass  diess  auf  dem  betretenen  etymologischen ­
  Wege  sich  nicht  erweisen  lasse.

1°)  Im  Voriiberg-ehen  mög-e  auch  einer  Ansicht  erwähnt  werden,  welche  R  a  d  1  o  f
im  Liter.  Verkündiger.  1813.  Nr.  24  in  Betreff  der  Basken  aufstellte,  nämlich,  man
dürfe  vermuthen,  die  Basken  seien  in  jener  Urzeit,  als  das  alte  Paradies  Sibiriens ­
  mit  seinen  grossen  und  reichen  Schöpfungen  vererdbehnet  und  vereiswiistet
wurde,  auswandernd  die  Einen  seewärts  nach  Amerika,  die  Anderen  landwärts  nach
Spanien  geflohen.
H)  v> r cri.  C  h  a  h  o  ,  Dictionaire  basque  etc.  Pre'face.  p.  54.
,2 )  Auch  dieses  Wort  erinnert  stark  an  das  Indogermanische.  Vergl.  C  n  r  t  i  u  s
a.  a.  0.  S.  213  inf.  n.  510;  besonders  merkwürdig  ist  hierbei  das  in  den  Digesten
(XIV.  2  im  Titel  de  lege  Rhodia  de  jactu.  1.  4.)  vorkommende  Wort  urinator,  das
einen  Taucher  bezeichnet.
l3 )  C  h  a  h  o  ,  Histoire  primitive  des  Euskariens-ßasques.  Tom.  5.  pref.  p.  XL.  et  suiv.
1 ^)  Grimm,  deutsche  Mythologie.  S.  454.
            
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