Die Einwanderung- der Iberer in die pyrenäische Halbinsel.
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menden Lichtes hätte bezeichnet .werden können. So lange als keine
besseren Gründe für die frühere arktische Heimath der Iberer beigebracht
werden, möchte dieselbe doch im höchsten Grade problematisch
bleiben >°). Wird hiermit zwar die Herkunft der Iberer aus
dem hohen Norden zurückgewiesen, so thnt dies doch der Ansicht,
sie seien vom Norden her über die Pyrenäen nach Hispanien eingewandert
noch keinen Eintrag.
Während man, wie oben gezeigt, aus der heutigen Sprache
der Basken hat folgern wollen, die Iberer seien aus den Gegenden
des Eises gekommen, so hat eben diese Sprache auch dazu gedient,
um zu beweisen, sie seien aus Ägypten nach Hispanien eingewandert
*i). Man hat diess geschlossen aus dem Worte „urtea“ womit
im Baskischen „das Jahr“ bezeichnet wird. Urten aber, so argumentirt
man weiter, kommt her von um |3 ), d. i. „Wasser“ und diess
weise auf die jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen des Nils
hin. Auch in dem im heutigen Baskischen vorkommenden Bnson-Juon
hat man eine Andeutung früherer Wohnsitze der Iberer in
Afrika erkennen wollen, indem man diesen „wilden Herrn“ für den
Orang-Utang erklärte IS ). Indessen dann könnte man auch die Wohnsitze
der Germanen, bei denen bekanntlich „der wilde Mann“ eine
grosse Rolle spielt'*), so wie nach ihren Wappen die Heimath einzelner
Fürstenhäuser nach Afrika verlegen. Es sei damit nicht behauptet,
dass die Iberer nicht vielleicht ehedem in Afrika gewohnt
hätten, sondern nur so viel, dass diess auf dem betretenen etymologischen
Wege sich nicht erweisen lasse.
1°) Im Voriiberg-ehen mög-e auch einer Ansicht erwähnt werden, welche R a d 1 o f
im Liter. Verkündiger. 1813. Nr. 24 in Betreff der Basken aufstellte, nämlich, man
dürfe vermuthen, die Basken seien in jener Urzeit, als das alte Paradies Sibiriens
mit seinen grossen und reichen Schöpfungen vererdbehnet und vereiswiistet
wurde, auswandernd die Einen seewärts nach Amerika, die Anderen landwärts nach
Spanien geflohen.
H) v> r cri. C h a h o , Dictionaire basque etc. Pre'face. p. 54.
,2 ) Auch dieses Wort erinnert stark an das Indogermanische. Vergl. C n r t i u s
a. a. 0. S. 213 inf. n. 510; besonders merkwürdig ist hierbei das in den Digesten
(XIV. 2 im Titel de lege Rhodia de jactu. 1. 4.) vorkommende Wort urinator, das
einen Taucher bezeichnet.
l3 ) C h a h o , Histoire primitive des Euskariens-ßasques. Tom. 5. pref. p. XL. et suiv.
1 ^) Grimm, deutsche Mythologie. S. 454.