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Phillips.
Aas den Gründen des Verfassers scheint sich eher das Gegentheil
folgern zu lassen. Jene Art der Eintheilung des Jahres in zwei
Zeiten möchte doch offenbar darauf hinweisen, dass die Ibero-Basken
den Sommer für eine lange, den Winter hingegen für eine kurze
Zeit gehalten haben, denn sonst würden sie Frühling und Herbst
nicht nach dem Sommer, sondern nach dem Winter benannt haben.
Und wenn denn auch in der Bezeichnung des Winters ein Hinweis
auf Schneefall liegen sollte, so ist zu bemerken, dass die Iberer
nicht erst nach den Polarkreis zu wandern nöthig hatten, um den
Schnee kennen zu lernen, sondern dass sich ihnen dazu in
Hispanien seihst Gelegenheit hot, die ihnen demnach den Winter als
Schneezeit erscheinen lassen konnte 6 ); dazu kommt, dass im Baskischen
für Schnee und Begen dasselbe Wort gebräuchlich ist. Auch
Griechen und Römer haben den Schnee nicht bloss auf den Höhen
des Oeta und Apennin gesehen, sondern ihn auch zur Genüge in
der Ebene kennen gelernt und doch bezeichneten sie den Winter als
Regenzeit (yet'gwv, hiems). Es wäre daher auch nicht so auffallend,
wenn der baskische Winternamen negua 7 ), der einen Anklang an
indogermanische Sprachen verräth 8 ), sich auf Schnee bezöge. Die
Bezeichnung des Januar 9 ) als schwarzer oder dunkler Monat kann
aber doch unmöglich eine Beziehung auf frühere Wohnsitze des
Volksstammes in den Polargegenden enthalten; jedenfalls participirt
der December mehr an der arktischen Dunkelheit als der Januar, der
wegen der zunehmenden Tageslänge eher als der Monat des kombis
sie dann vor ihrem Auszüge aus Asien noch im Kaukasus wohnten. Man
sieht, der Verfasser hat gerade in seinem arktischen Norden die Tramoutane
verloren.
6 ) Dafür geben schon viele Stellen der Classiker Zeugniss. S. Plin. H. N. XXXVIII.
77. — Liv. XXXI. 61. — Strabo 1. c. 111.61. — Vergl auch Pauli, Realencyklopädie.
Bd. 3. S. 1394.
7 ) Negua heisst aber eigentlich geradezu „Winter“, während für den Schnee im Baskischen
das Wort elhurra dient. Das Wasser heisst ura\ ein merkwürdiges Wort,
über welches gelegentlich noch ausführlicher zu sprechen ist. S. Note 12.
8 ) Vergl. C u r t i u s , .Grundzüge. S. 284. nr. 440. ? das kirchenslav. snegu
kommt jenem negu-a sehr nahe. — Dasselbe gilt von uda; S. ebendas. S. 223.
u. f. nr. 300. (vdwp).
9 ) Eine andere Bezeichnung für den Januar ist: Urtarilla; diess könnte Wassermonat,
Regenmonat heissen oder aber, wohl besser, Jahresmonat, d. h. derjenige Monat
(illaJ, mit welchem das Jahr (urtea) beginnt.