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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips.

Aas  den  Gründen  des  Verfassers  scheint  sich  eher  das  Gegentheil
  folgern  zu  lassen.  Jene  Art  der  Eintheilung  des  Jahres  in  zwei
Zeiten  möchte  doch  offenbar  darauf  hinweisen,  dass  die  Ibero-Basken
den  Sommer  für  eine  lange,  den  Winter  hingegen  für  eine  kurze
Zeit  gehalten  haben,  denn  sonst  würden  sie  Frühling  und  Herbst
nicht  nach  dem  Sommer,  sondern  nach  dem  Winter  benannt  haben.
Und  wenn  denn  auch  in  der  Bezeichnung  des  Winters  ein  Hinweis
auf  Schneefall  liegen  sollte,  so  ist  zu  bemerken,  dass  die  Iberer
nicht  erst  nach  den  Polarkreis  zu  wandern  nöthig  hatten,  um  den
Schnee  kennen  zu  lernen,  sondern  dass  sich  ihnen  dazu  in
Hispanien  seihst  Gelegenheit  hot,  die  ihnen  demnach  den  Winter  als
Schneezeit  erscheinen  lassen  konnte 6 );  dazu  kommt,  dass  im  Baskischen
  für  Schnee  und  Begen  dasselbe  Wort  gebräuchlich  ist.  Auch
Griechen  und  Römer  haben  den  Schnee  nicht  bloss  auf  den  Höhen
des  Oeta  und  Apennin  gesehen,  sondern  ihn  auch  zur  Genüge  in
der  Ebene  kennen  gelernt  und  doch  bezeichneten  sie  den  Winter  als
Regenzeit  (yet'gwv,  hiems).  Es  wäre  daher  auch  nicht  so  auffallend,
wenn  der  baskische  Winternamen  negua 7 ),  der  einen  Anklang  an
indogermanische  Sprachen  verräth 8 ),  sich  auf  Schnee  bezöge.  Die
Bezeichnung  des  Januar 9 )  als  schwarzer  oder  dunkler  Monat  kann
aber  doch  unmöglich  eine  Beziehung  auf  frühere  Wohnsitze  des
Volksstammes  in  den  Polargegenden  enthalten;  jedenfalls  participirt
der  December  mehr  an  der  arktischen  Dunkelheit  als  der  Januar,  der
wegen  der  zunehmenden  Tageslänge  eher  als  der  Monat  des  kombis

  sie  dann  vor  ihrem  Auszüge  aus  Asien  noch  im  Kaukasus  wohnten.  Man
sieht,  der  Verfasser  hat  gerade  in  seinem  arktischen  Norden  die  Tramoutane
verloren.
6 )  Dafür  geben  schon  viele  Stellen  der  Classiker  Zeugniss.  S.  Plin.  H.  N.  XXXVIII.
77.  —  Liv.  XXXI.  61.  —  Strabo  1.  c.  111.61.  —  Vergl  auch  Pauli,  Realencyklopädie.
  Bd.  3.  S.  1394.
7 )  Negua  heisst  aber  eigentlich  geradezu  „Winter“,  während  für  den  Schnee  im  Baskischen
  das  Wort  elhurra  dient.  Das  Wasser  heisst  ura\  ein  merkwürdiges  Wort,
über  welches  gelegentlich  noch  ausführlicher  zu  sprechen  ist.  S.  Note  12.
8 )  Vergl.  C  u  r  t  i  u  s  ,  .Grundzüge.  S.  284.  nr.  440.  ?  das  kirchenslav.  snegu
kommt  jenem  negu-a  sehr  nahe.  —  Dasselbe  gilt  von  uda;  S.  ebendas.  S.  223.
u.  f.  nr.  300.  (vdwp).
9 )  Eine  andere  Bezeichnung  für  den  Januar  ist:  Urtarilla;  diess  könnte  Wassermonat,
Regenmonat  heissen  oder  aber,  wohl  besser,  Jahresmonat,  d.  h.  derjenige  Monat
(illaJ,  mit  welchem  das  Jahr  (urtea)  beginnt.
            
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