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Phillips.
IV.
Untersuchung der Frage, auf welchem Wege die Iberer
in die pyrenäische Halbinsel eingewandert sind.
A.-Einwanderung
der Iberer aus Asien auf dem Landwege.
Uber den Weg. welchen die Iberer auf ihrer Wanderung nach
Westen eingeschlagen haben, sind mancherlei verschiedene Ansichten
aufgestellt worden. Auch von denen, welchen Asien als der
Ausgangspunkt der Wanderungen jenes Stammes gilt, wird die
Sache nicht gerade so angesehen, wie Humboldt andeutet, der sie unter
seiner hypothetischen Clausel von der grossen Völkerstrasse Thrakiens
sich südlich wenden lässt. Es wird vielmehr von den Meisten
dafür gehalten, dass die Iberer ihren Weg durch Illyrien, Venetien,
Lombardei, Piemont und durch das südliche Frankreich, namentlich
Aquitanien, über die Pyrenäen nach Hispanien genommen haben <)•
Es wird dabei vermuthet, dass die Ligurer, von den Kelten gedrängt,
die Iberer vor sich hergetrieben hätten, wodurch die Veranlassung
gegeben worden sei, dass ein Theil der Iberer sich von
dem Hauptstock getrennt und seinen Weg nach der apenninischen
Halbinsel eingeschlagen hätte 2 ). Die zu diesem Zweige gehörenden
Sic ul er seien dann wiederum, von den nachwandernden Italern
getrieben, auf die nach ihnen benannte Insel Sicilien hinübergegangen;
ausserdem hätten aber die Inseln des Mittelmeeres späterhin
von Hispanien a,us eine iberische Bevölkerung erhalten, namentlich
seien von dort aus die Sicaner nach Sicilien gekommen s). In
dieser Weise fasst Diefenbach die Züge der Iberer auf; aber auch
er, der bescheidene Forscher, wird seine Ansicht nicht für unumstösslich
halten: es muss eben Jeder, so gut es geht, versuchen aus
dem Wirrwarr der hierin confusen alten Autoren herauszukommen und
sich ein Bild von der Wanderung des einzelnen Stammes zu machen.
Es bleibt hier für die Phantasie ein grosser Spielraum und es hat
1 ) Diefenbach, Origines Europaeae. S. 110.
2 ) Diefenbach a. a. 0. S. 99.
3 ) Diefenbach a. a. 0. S. 94, 99, 112.