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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Einwanderung 1  der  Iberer  in  die  pyrenäische  Halbinsel.

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anzunehmen-').  Am  Bedeutendsten  dürfte  noch  immer  der  Umstand
sein,  dass  nach  dem  Zeugnisse  des  Plinius  22)  in  dem  östlichen
Iberien,  ein  Nebenfluss  des  Cyrus  den  Namen  Iberus  gehabt  haben
soll.  Es  lässt  sich  doch  kaum  glauben,  dass  dieser  asiatische  Ebro
bloss  eine  Schöpfung  des  Plinius  sei  ~s).  Hierbei  möge  noch  bemerkt
werden,  dass  Avienus  2i ),  wenn  anders  seine  Vorstellung  über
jene  Gegenden  nicht  eine  irrige  ist,  auch  noch  von  einem  andern
Iberus  im  südlichen  Hispanien  wissen  will.  Wir  erwähnen  bei  dieser
Gelegenheit,  dass  im  heutigen  Baskischen  ibai  oder  hibai  die  Bedeutung ­
  „Fluss“  hat  25 ).
Wenn  wir  demnach  diese  liier  aufgeführten  Umstände  noch
nicht  für  ausreichend  erklären,  um  damit  die  unmittelbare  Zusammengehörigkeit ­
  der  Ost-  und  West-Iberer  darzuthun,  so  sind  wir  desshalb
  doch  eben  so  wenig  geneigt,  dieselbe  völlig  in  Abrede  zu  stellen
oder  gar  die  Annahme  einer  solchen  Verwandtschaft  geradezu  für
eine  „blosse  Träumerei“  zu  erklären 26 ).  Der  Umstand,  dass  die  Iberer ­
  im  Kaukasus  offenbar  schon  im  sechsten  Jahrhundert  vor  Christus
unter  Persischer  Herrschaft  standen  und  ihre  Hauptflüsse  nach  den
Perserkönigen  Kyrus  und  Kambyses  genannt  wurden,  dass  jene
Stadt  Hermastus  hiess,  so  wie  endlich,  dass  bei  Einführung  des
Christenthums  bei  ihnen  ein  Tempel  des  Ormuzd  zerstört  wurde,
würde  immer  noch  nicht  beweisen,  dass  sie  für  ursprünglich  nahe
Stammverwandte  der  Perser  zu  halten  seien.
Indessen  wir  wollen  auf  die  unmittelbare  Verwandtschaft  der
Ost-  und  der  West-Iberer  kein  besonderes  Gewicht  legen,  da  unsere
Ansicht  von  der  Einwanderung  der  hispanischen  Iberer  von  Osten
und  von  Asien  her  gar  nicht  auf  diesem  Fundamente  beruht:  um  so
mehr  können  diejenigen  Iberer,  welche  ihre  Wohnsitze  in  Vorderindien ­
  gefunden  haben  sollen  - 7 ),  unberücksichtigt  bleiben  28 ).
21 )  Pli  11  I.  c.  III.  27.
2ä )  P  I  i  n  I.  c.  VI.  29.
23 )  Männert,  alte  Geographie.  Bd.  4.  S.  403  hält  diesen  Iberus  für  den  Araxus.  —
S.  noch  Forbiger  a.  a.  0.  Note  49.
24 )  A  v  i  e  n.  Ora  marit.  v.  254.
25 )  S.  unten  V.  S.  39.
26 )  So  Forbiger  bei  Pauli,  Real-Encyklopädie.  Bd.  4.  S.  40.
27 )  F  orbiger,  Handbuch.  Bd.  2.  S.  509.
28 )  Noch  weniger  kommen  hier  die  Iberingi  in  Betracht.  Forbiger  bei  Pauli
a.  a.  0.  S.  41.
            
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