Die Einwanderung der Iberer in die pyrenäische Halbinsel.
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von Westen nach Osten erzählt, so lange keinen Glauben, als sie
nicht durch anderweitige Thatsachen unumstösslich bewiesen wird.
Demnach halten wir uns mit unmittelbarer Anwendung dieses Satzes
aut' die Iberer für berechtigt, die Nachricht des Strabo für falsch
zu erklären, wenn er erzählt, die zu seiner Zeit im Kaukasus lebenden
Iberer seien dorthin aus Hispanien eingewandert ls ).
Jene westliche Hauptriehtung der Wanderung aller europäischen
Völker konnte sich nach Verschiedenheit der Verhältnisse
dahin modificiren, dass sie hei manchen derselben eine südwestliche,
bei andern eine nordwestliche wurde. Auch sind dabei Wanderungen
von Süden nach Nox’den und von Norden nach Süden nicht ausgeschlossen;
sie konnten leicht durch neue von Asien herandringende
Völker veranlasst werden 19 ), wie z. ß. wohl anzunehmen ist, dass
der finnisch-magyarische Volksstamm durch den Andrang der Arischen
Völker nach Norden und nach Süden aus einander gesprengt
worden ist 2°). Das Letzte aber, was unter derartigen Verhältnissen
geschehen konnte, war die Wanderung eines europäischen Volkes
von Westen nach Osten. Eine solche Rückwanderung, dem einmal
gegebenen Impulse und dem Völkerandrange entgegen, liesse sich in
der That beinahe einem aulwärtsfliessenden Strome vergleichen.
Dem entsprechend sagt J akob Grimm 21): „Alexanders Siegeszug,
die Kriege mit Troja und Persien bezeugen des griechischen Volkes
alten Zusammenhang mit Asien, konnten aber auf die Dauer keine
Eroberung im Osten wider den Grundtrieb des Völkerzuges gewähren“.
Es begreift sich aber, wie bei den Alten, denen jeder Leitfaden
in dieser Beziehung fehlte, eine grosse Verwirrung in die
Nachrichten über die Wanderungen der Völker kommen musste;
ihnen war jede Richtung derselben vollkommen gleichberechtigt, und
sie Hessen nach Belieben jedes Volk nach allen Weltgegenden, also
auch nach Osten wandern, sobald sie dadurch irgend eine historische
Erscheinung erklären zu können glaubten.
I8 f Strabo, Geograph. 1. cap. 3. n. 21. p. öl. 'Ißrjpuv psv zStv igxspioiv eig zovg
vnep zoü Ilovrou xal rijs Kol-^iSog zönovg pezipxupevwj.
19 ) Vergleiche noch Diefenbach a. a. 0. S. 52.
~°) Wegen der Verdrängung der Finnen durch die Germanen s. Diefenbach a. a. O.
S. 1S9.
;l ) Grimm a. a. 0. S. 163.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LXV. Bd. III. Hft.
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