Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Einwanderung  der  Iberer  in  die  pyrenäische  Halbinsel.

527

wundern,wenn  in  einernochspätererschienenen  Schrift  9)  für  Afrika
die  Ehre  die  Urheimath  des  menschlichen  Geschlechtes  zu  sein,  in
Anspruch  genommen  wird.  Indessen  wir  wollen  diese  neuesten  Ansichten ­
  annoch  auf  sicli  beruhen  lassen  und  die  Darlegung  der
Gründe  abwarten,  welche  Benl'ey  zu  seiner,  wie  er  selbst  sie  nennt,
„heterodoxen“  Ansicht  hingefiihrt  haben.  Wir  bleiben  einstweilen
mit  vielen  Andern  bei  der  Meinung,  dass  Asien  die  Urheimath  des
Arischen  Volksstammes  und  mit  einer  geringeren  Anzahl  dieser
Andern  hei  dem  „eingeprägten  Vorurtheil“,  dass  es  auch  die  Wiege
des  ganzen  und  zwar  von  Einem  Paare  abstammenden  Menschengeschlechtes ­
  gewesen  sei.  Dies  mag  jetzt  von  dem  Standpunkte
jener  geologischen  Untersuchungen,  auf  welche  sich  Benfey  beruft
oder  überhaupt  von  dem  der  Naturwissenschaften,  so  wie  von  dem  der
Linguistik  nach  ihrem  heutigen  Stande,  noch  als  eine  Petitio  principii
erscheinen,  da  es  auf  wissenschaftlichem  Wege,  besonders  auf
jenem,  der  zu  der  Entdeckung  der  Arischen  Spracheinheit  geführt
hat,  bisher  noch  nicht  hat  erwiesen  werden  können  <«).  Indessen  die
Wissenschaft  hat  —  wenn  gleich  Manche  es  glauben  —  das  Gegentheil
  auch  noch  nicht  erweisen  können  und  somit  hat  man  freie
Wahl,  der  einen  oder  andern  Ansicht  zu  folgen.  Wer  daher  nicht  von
jenem  „Vorurtheil“  eingenommen,  aber  auch  nicht  in  eine  demselben ­
  entgegenstehende  wissenschaftliche  Piichtung  hineingezogen
ist,  der  thut  am  Besten,  unbefangen  und  ruhig  die  weitere  Entwicklung ­
  der  Wissenschaft  abzuwarten  ").  Ohne  ihre  Absicht  ist  sie  zu

9 )  Rob.  Schwei  c  bei,  Über  den  gegenwärtigen  Stand  der  Sprache  und  Naturforschung ­
  in  Bezug  auf  die  Urgeschichte  des  Menschen  (Leipzig  1868)  S.  16.  —
S.  auch  Noe,  clie  vorgeschichtlichen  Zeiten  Europa’s  und  der  europäischen  Völkerschaften. ­
  (Leoben.  1868).  S.  14  stellt  die  beiden  Vermuthungen  sowohl  die  der
Herkunft  aus  Asien  als  auch  aus  Afrika  als  gleichberechtigt  neben  einander.
,0 )  Pott,  Antikaulen.  S.  211.  Note,  bemerkt  in  dieser  Hinsicht:  „Und  überhaupt
hat,  wer  Lösung  eines  solchen  Problems  nachhängt,  kaum  ein  glücklicheres
Resultat  in  Aussicht,  als  die  Sucher  von  der  Quadratur  des  Zirkels  oder  von  einem
Perpetuum  mobile.“
**)  So  sagt  z.  B.  C.  Schirren,  die  Wandersagen  der  Neuseeländer  (Riga  1856.)
S.  46,  der  sich  gegen  eine  Einwanderuug  derselben  aus  Asien  erklärt,  S.  47:  „es
wird  Untersuchungen,  welche  der  Beschreibung  des  Organischen  auf  der  Erdoberfläche ­
  nachgehen,  gestattet  sein,  verschiedene  Schöpfungscentren  so  lange
vorauszusetzen,  bis  ein  Centrum  nach  dem  andern  wissenschaftlich  aufgehoben  und
die  Schöpfungskreise  allmählig  zurückgeführt  bis  auf  einen.“'
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.