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Phillips
Heimath aller Völker zu suchen sei s). Auf jeden Fall ist man, wenn
gleich Stammes- und Sprachen-Einheit sich nicht völlig decken, mit
der offenbaren Zusammengehörigkeit und Blutsverwandschaft so vieler
Völker hypothetisch jener Idee um einen bedeutenden Schritt näher
gekommen. Der Schluss aus dem durch die Wissenschaft Erwiesenen
auf jene ursprüngliche Einheit 4 ) ist jetzt wenigstens nicht mehr so
kühn, als es etwa vor sechzig Jahren kühn gewesen wäre 5 ), die Behauptung
aufzustellen: Slavisch und Römisch seien nur zwei Tochtersprachen
einer und derselben „Indogermanischen Grundsprache“
für welche in neuester Zeit sogar schon ein Wörterbuch verlässt«)
und worin schon als Sprachübung eine kleine Fabel gedichtet worden
ist 7 ).
ln Betreff der Heimath des Arischen Volksstammes sind aber
in neuerer Zeit im Gegensätze zu derjenigen Meinung, welche jene
in Asien sucht, andere Ansichten aufgestellt worden. Zu dem eben
erwähnten Wörterbuche hat Theodor Benfey auf Bitte des Verfassers
eine Vorrede geschrieben, in welcher er sich also vernehmen
lässt«): „Die Bemerkung möge man mir hier verstatten, dass seitdem
es durch die geologischen Untersuchungen feststeht, dass Europa
seit undenkbaren Zeiten der Wohnsitz von Menschen war, alle
Gründe, welche man bisher für die Einwanderung der Indogermanen
von Asien aus geltend gemacht hat und die wesentlich auf
den mit unserer frühesten Bildung uns eingeprägten Vorurtheilen
beruhen, in ihr Nichts zerfallen.“ Demnach darf man sich nicht
3 ) Vergl. Schümann griechische Alterthiimer. Bd. 1. S. 2 — Mahn, Denkmäler der
baskischen Sprache. Einleitung- S. XLI. —
*) Eine solche nimmt wenigstens als möglich Max Müller, Vorlesungen. Bd 1.
S. 294 an.
°) D wight Whitney a. a. 0. p. 1. u. ff. — Alex. v. Humboldt sagt in seinem
Kosmos Bd. 2. S. 234: „das Christenthum hat hauptsächlich dazu beigetragen, den
Begriff der Einheit des Menschengeschlechtes hervorzurufen, es hat dadurch auf
die Vermenschlichung der Völker in ihren Sitten und Einrichtungen vortheilhaft
gewirkt.“
Aug. Fick. Wörterbuch der Indogermanischen Grundsprache. Göttingen. 1868. —
A. Schleicher, Indogermanische Chrestomathie. S. 342. sagt davon „ist nur mit
Kritik zu benützen“. *
7 ) S. Kuhn und Schleicher, Beiträge. Bd. 5. S. 206 u. f.
8 ) Seite IX.