Die Einwanderung- der Iberer in die pyrenäische Halbinsel.
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für das „Volk Gottes“ zu halten, jedes einzelne der jn der Religion
getrennten heidnischen Völker sich für das Volk der wahren
Götter hielt.
II,
Einwanderung der europäischen Bevölkerung aus
Asien,
Indem wir von den Nachrichten, welche die heilige Schrift über
den Ursprung des Menschengeschlechtes und somit auch über den
der einzelnen Völker gibt, einstweilen absehen, soll nur darauf hingewiesen
werden, wie ganz unabhängig von jenen die heutige Wissenschaft
und zwar vornehmlich die Linguistik eine jener Idee von
der Autochthonie ganz entgegengesetzte Ansicht zur Geltung gebracht
hat *). Sie hat es festgestellt, dass ein grosser Tlieil der Bevölkerung
Europa’s, namentlich die Griechen, Italer, Kelten, Germanen,
Slaven und Lithauer mit jener von Armenien, Persien und Vorderindien
Einen grossen Volksstamm bildet. Dieser wird bald als Japhetitischer,
bald als Arischer, Indo-Germanischer oder auch
Indo-Europäischer bezeichnet 2 ) und demselben alsHeimathAsien
und zwar specieller die iranische Hochebene überwiesen. Nur darüber
hat man sich noch nicht geeinigt, ob das ganze Menschengeschlecht
von Einem Paare abstamme und somit dort auch die ursprüngliche
! ) Vergl. über die Bedeutung des Linguistik in dieser Richtung unter Andern auch
Mommsen, Römische Geschichte, ßd. 1. S. 14.
2 ) Gegen jede dieser Bezeichnungen lassen sich Einwendungen erheben; die
letzte derselben „Indo - Europäisch“ darf man aber doch kaum in der Weise
festhalten, dass man, wie Dwight Whitney (On langnage and the study
of language p. 201) die Indo - Europäer in Indien einwandern lässt; auch
klänge es befremdlich: „die Indo-Germanen haben Griechenland und Italien
in Besitz genommen“, da weder Inder noch Germanen dorthin gekommen sind.
Da der Name Japhetiten sich desshalb nicht als ganz passend erweist, weil wohl
manche von ihnen eine Sprache reden, die zu einem anderen Stamme gehört, so
scheint der Ausdruck: „arischer Volksstamm“ fast der geeignetste zu sein. Es ist
daher wohl zu billigen, wenn W. Scherer (Zur Geschichte der deutschen
Sprache. S. 2) die „Ost-Arier“ und die, West-Arier“, die Letzteren als die in
Europa eingewanderten unterscheidet, ohne auf die Frage einzugehen, ob diese in
Betreff der Sprache eine besondere Einheit gebildet haben.