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Phillips
fried von den Völkern Skandinaviens “). Es geschah daher zum
grossen Tlieil aus Zwang, dass solche Auswanderer sich auf andere
Völker stürzten.
Schon Julius Cap i t ol i nus gibt davon ein anschauliches Bild,
wenn er erzählt 7 J, wie die M arkom a n n e n und Q ua d e u zur Zeit des
Marcus Aurelius nicht freiwillig in das Römerreich einbrachen, sondern
vielmehr von den Juthungen, denen wiederum andere Völker
nachdrängten, aus ihren Wohnsitzen vertrieben worden waren. Es
gilt daher ein Ausspruch, den ein neuerer Schriftsteller in Betreff
der Magyaren thut*), von einer grossen Zahl von Völkern: „sie wurden
aus asiatischen Flüchtlingen europäische Eroberer“. Diese Wanderungen
haben aber, wie zuvor bemerkt wurde, nicht erst in jenen
Zeiten begonnen, von denen wir die ersten Nachrichten über die einzelnen
Völker haben, sondern sie dauerten schon seit vielen Jahrhunderten
fort und nahmen nur darin in späterer Zeit einen gewalttätigeren
Charakter an, als die Nachwandernden auf immer grössere
Hindernisse stiesseu.
Zu dem Zwange zur Auswanderung gesellte sicli aber oft auch
wirkliche Wanderlust und Freude an Kampf und Krieg, wie sie so
mancher Volksstamm, in unbekannt gebliebenen Schlachten geübt,
kund gab. Da bol dann kein noch so hohes Gebirge ein uniibersteigliches
Hinderniss, kein Strom und kein Meer stellte nicht zu bewältigende
Schwierigkeiten entgegen. Über die steilsten Alpen stiegen
Kimbern und Teutonen und fuhren auf ihren Schilden in die
Thäler hinab; über den Oceau setzten auf leichten Schiffen Normannen
hinüber nach Amerika 9 ). Und wie viele Gebirge und Ströme
hatten die Vorfahren der Einen wie der Andern überschritten, bevor
sie, die Söhne, bis zu den Alpen und bis zur westeuropäischen
Meeresküste gelangt waren.
Aber auch noch manche andere Ursache l0 ), als die angegebenen,
mochte hinzutreten, um das eine oder andere Volk zum Auszuge
aus der seit lange oder kurz erworbenen Heimatb zu bewegen. So
6 ) Paul Diac. d. gest. Langob. 1. 2.
7 ) Jul. Capitol in. Marc. Aurel, cap. 14. Quadis et Marcomanis cuncta turbantibus;
aliis enim gentibus, quae pulsae a superioribus barbaris fugeraut, nisi
reciperentur, bellum inferentibus.
8 ) D üm m 1 er, Pilgrim von Passau. S. 149. Note 14.
Über die Fahrten der Normannen s. noch unten. S. 552.
Jü ) S. Note 4.