Weitere Mittheilungen über die Mundart von Gottschee.
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Dieß schrieb mir 1867, nach mündlicher Erzählung, Herr
Caplan Parapat in Mitterndorf nieder. Weiter heißt es in Gottschee:
„der jidelstoin macht unbesieglich. Wenn man an denselben
leckt, so löscht er Hunger und Durst.“ Es ist also ein
sigestcin wie der Stricker ihn beschreibt: ’ich lioere von den
steinen sagen, die nätern unde kroten tragen, daz so gröz tugentdaran
lige, swer si habe der gesige; möchten daz sigesteine
wesen, so solt ein wurm vil wol genesen, der si in sinem libe
trüege’; weitere Stellen mhd. Wtb. II, 616. Einen solchen Stein
trägt der schlafende Sigurdhr der Vilkinasaga (cap. 96, 97) in
der Tasche und auch König Nidung (cap. 1») besaß einen
solchen, „lnvictum reddit lapis hie quemcunque gerentem, extinguitque
sitim patientis in ore receptus.“
Marbod bei Grimm Mythol. 1169 vgl. Haupt III, 42.
Durch Anlehnung an sigel sigillum wurde aus sigestein:
sigelstein s. mhd. Wtb. II, 616. In sidel^toin steht aber d für
g wie in badraich, Wegerich, walde, Felge s. oben S. 89.
Andere Erzählungen davon aus Gottschee, die mir stud.
Jaklitsch aus Mitterdorf mittheilt, mögen noch hier folgen :
Ein Wanderer verirrte sich im Walde und fiel nach langem
Irren in eine tiefe Grube, wie im Steingeklüft von Gottschee so
viele sind. Er hatte sich nicht verletzt, denn er fiel weich auf;
eine gewaltige Menge von Schlangen deckte den Boden. Unter
ihnen erhob sich die große weiße Schlange mit dem §idclstoin
auf dem Kopfe und befahl den Übrigen des Wanderers zu
schonen. Diese leckten viel an dem sidclstoine. Da er hungrig
und durstig war wagte er es auch zu lecken uud Hunger und
Durst schwand. Und der Wanderer blieb viele Jahre bei den
Schlangen. Da versprach ihm die große weiße Schlange ihn
wieder an das Tageslicht zu bringen, wenn er über seinen Aufenthalt
bei den Schlangen schweigen wolle. Dieß versprach er
und sie nahm ihn auf den Rücken. Sie trug ihn aus der Grube,
aus dem Walde, durch die Lüfte bis vor eine Stadt, wo er
wieder zu Menschen kam. Man erzählt auch, in der Grube seien
auch Bilche gewesen. denen er rote Fäden um den Hals band,
und man habe später viele so gezeichnete Thiere gefangen.
Ein anderes. Ein Paar Koiileute s. d. waren reich an
Gütern, aber kinderlos. Da beteten sie um ein Kind, wenn auch