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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

470  Schröer.
gattein  satteln.  Auch  in  dem  übertragenen  Sinne:  das  Gemüse  satteln,
Braten  auflegen.  Der  in  seiner  Armut  erfinderische  Gottscheewer
nennt  freilich  auch  saure  Rüben  schon  gesattelt,  wenn  er  Hirse
statt  des  Bratens  auflegt.
gau  f.  Sau.  gaudierne  f.  Sehweinemagd,  sauke,  m.  Schwein!  als
Schimpfwort  für  einen  Mann,  sauko,  f.  ebenso  für  ein  Weib.
In  Bezug  auf  die  Geschlechtsbezeichnung  mit  -e,  -o  s.  unter  0.
gauer  sauer,  verdrießlich;  ar  hübet  sih  gauer  er  ist  böse,  gebärdet
sich  verdrießlich.
schaffen  vermachen  d.  i.  erblich  übertragen;  biimon  schaffogt  du  daine
güetar?  s.  Steffan.
Schaffer,  Name  in  Hornberg,  Dranbank,  Otterbach,  Altsaag  etc.  1775.
Im  ungr.  Bergl.  Schaffer  Schemn.  1362.  Neusol  1482,  Kremn.
1528.  Käsm.  1625.  In  Marb.  1329.
Schaffer,  Name  in  Gottschee  um  1750.
Schager,  Name  in  Neuwinkel,  Eben  1775.  Vgl.  Säger,
sehägcn  schauen.  Vgl.  sähen  sehen.
schaibe  f.  Scheibe.  In  Kärnthen  und  Tirol  heißen  so  auch  die  brennenden ­
  Harzscheiben  die  bei  den  Johannisfeuern  gerollt  werden;
Gottschee:  suminitenrädle  —  n.  schaiblain  rund,  vocab.  1423:
scheibligt  tordo  77 b .  Vgl.  -lain,  ebenso  in  Tirol  und  Kärnthen.
scheibig,  scheiblet,  im  ungr.  Bergl.  schibellichc  und  tschaibet
rund.,  s.  Darst.  72  (322),  Wörtb.  46.
„schaiknar  der  erste  Brantwein“  Rudesh  S.  267 6 .
schaincn  scheinen,  wol  zu  unterscheiden  von  gainen  s.  d.
schaißertac  m.  Faschingdienslag  s.  prankein  S.  60.
schale  s.  schäle.
Schalkendorf  hatte  1770  acht  und  vierzig  Häuser,
schall  f.  Erdscholle,  mini,  schölle.
schapel  n.  Stirnband,  Kranz  mhd.  schapel,  slovenisch  sapcl.
„scharat  krummbeinig“  Tschermoschnitz.
schare  f.  Scbeere;  ahd.  scera,  mhd.  schere;  in  kämt,  schäre  !■>
ebenso  tirolisch,  entsprechen  der  ahd.  Nebenform  scära  scüri;
cimbr,  scheara  f.  scheara  kann  für  beides  stehen;  sloven.  gkarjc.
schartel  m.  Kuchen,  Gugelhupf,  vgl.  ahd.  scarta  v.  rosta,  craticula,
scartisarn  clibanum,  craticula;  bair.  schart  Kupfertiegel  aul'Fiißen
um  Gogelbopfen  zu  backen.  Schmell  III,  404.  Die  Slovenen
nennen  den  Schartel:  gartelj.

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