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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Weitere  Mittheilungen  über  die  Mundart  von  Gottschee.  467
einen  Pfarer  gehabt  haben  und  hat  eine  alte  gotische
Kirche.
riiefen  rufen.  Bairisch,  alemannisch,  pfälzisch,  aucli  im  ungr.  Bergl.
erscheint  die  schw.  Form  rüel’en  (ahd.  Iirnofjan  ruofta  got.
hröpjan),  indem  sonst  die  st.  Form  rufe  rief  (ahd.  hruofan,  hriof)
erlialten  ist.  s.  darüber  Nachtr.  45“.
Rumor,  Name  in  Tauhenhrunn  um  1700.  So  hieß  aber  auch  der
Pfarrer  von  Rieke  um  1654.  Vgl.  Rumor.
Rünser,  Rüuscher,  Name  in  Händlern;  Rinser  in  Rieke  1614.  s.  d.  folg.
rünje  f.  das  Wasser  bei  Gottschee  s.  oben  Seite  14.  f.  ahd.  runsa  I".
mild,  runse  f.  hei  Schiller  im  Teil  die  Mehrzahl:  „den  Durst
mir  stillend  mit  der  Gletscher  Milch  die  in  den  Runsen  schäumend
niederquillt.“  Tirolisch:  runs  runsn  f.  Schöpf  571  ,  kämt,
runse  f.  Lex.  211,  Schweiz  runs  m.  Stald.  II,  293.
Ruppe,  Name  in  Altbacher,  Reichenau,  Ohermösel,  Graflinden  1750.
—  Im  ungr.  Rergland  Rup,  Rupp  in  Kasehau  1600  —  1700.
Rupf  Schmölnitz.
Ruß  führt  Elze  als  Gottscheewer  Familiennamen  an.
Rußbach,  gesprochen  Rueßpäch  bei  Maschen,  zählte  1770  einundzwanzig ­
  Häuser.
rueß  m.  der  Ruß;  ahd.  ruoz  got.  liröt.
rueßec  rußig,  schmutzig  überhaupt;  ahd.  ruozac.
ru^en  (ruschen  1)  Mais  abschneiden.  Vgl.  etwa  raschen  Wildheu
schneiden,  Berner  Oberland  s.  Stalder  II,  259.  Den  Maiskolben
abkornen  heißt:  abraiben.
•S.,  wechselt  mit  H:  hö,  ahd  so;  halle,  dar  —  selbe;  hallige  selbige;
hetter  hettenar  solhaner;  hent  sind;  gcbAchen  gewesen.
Der  Sauselaut  ist  sonst  durchaus  zu  §,  einem  gelinden,
tönenden  sch  geworden,  wie  auch  im  „Cimbrischen“  s.  darüber
oben  Seite  22—24,  das  jedoch  scharf  von  dem  echten  ursprünglichen ­
  sch  in  der  Aussprache  unterschieden  ist.  Daß  an
der  deutschitalischen  Sprachgrenze  diese  Erscheinung  schon
früh  aufgetreten,  dafür  bietet  das  vocab.  von  1423  bemerkenswerthe
  Belege:  ogsch  Ochse  30“,  bagschcn  wachsen  34“,  pugsch
Buchs  21“.  schilbrciu  silbern  19 b ,  scheicht  seicht  41“.  Umgekehrt, ­
  aber  indirect  für  dieselbe  Aussprache  sprechend,  erscheint
s  für  sch:  menss  Mensch  5“;  sultern  Schultern  5\  6“,  sertigt
schartig  43\  Mhd  sl,  sm,  so,  sw  klingt  in  Gottschee  §1,  jm,
32*
            
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