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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Weitere  Mittheilungen  über  die  Mundart  von  Gottsehee.  449
Erker.  Eingeschaltet  wird  es  in  plüenen,  sänen  blühen,  säen
u.  a.
Mit  m  wechselt  n  in  müdel  s.  d.
nabel  m.  Nebel,  mhd.  nebel;  näbel  m.Nabel,  mlul.  nabal;  vgl.  „murkel“.
nabnstuckhen  s.  ammestuckhen  S.  38.
nächni§tc  der  nächste,  der  nächni§tc  gcmoinar  der  Nachbar,  vgl.
nehner  näher.  Schöpf  436.  Es  wird  daher  näckniste  auch  eine
Form  sein,  in  der  die  Adverbform  nilchn,  mhd.  nähen  die  Endungen ­
  der  Steigerung  erhält:  naehener  für  näher;  vgl.  mhd.
Wtb.  II,  1,  2S3 b  und  sodann  nächni§t  für  nähenist,  nähist.
nachnial  n.  Nachtmal;  vgl.  ammestucken  S.  38.
nachten  nächten,  verflossene  Nacht;  eri  sera:  neckten  vocab.  1423,
84 a ;  vgl.  hiezen  nächsten  Abend  S.  109.
nackatzcn  neigen;  s.  Fromm.  IV,  396.
Nadde,  als  Gottscheewer  Familienname  bei  Elze  S.  40  aufgeführt.
Nadler,  Name  in  Mitterdorf  1730.  Im  ungr.  Bergl.  Nadler,  Nodler,
Kaschau  1399.
nägar  m.  Bohrer,  pörnagele  n.  pörnägarle  kleiner  Bohrer,  ahd.  nabagär.
  Vgl.  cimbr.  niiugcr,  niibgor,  im  ungr.  Bergland  nekber
Wtb.  84.  —  der  negber  la  verigola  vocab.  1423,  12 b .
nägel  m.  der  Nagel,  aber  nicht  der  am  Finger;  vgl.  negle.
Naglitsch,  Name  in  Obermösel  1730.
Nahrung.  Die  Leckerbissen  der  Gottscheewer  lernten  wir  schon  unter
pilich,  powalitze,  wochitze  und  kolätsche  kennen.  Noch  gehören
hieher  die  Artikel  pront,  zaltle,  ruebe,  sträube,  hir§e,  heide,
arbaiße.  Valvasor  nennt  II,  S.  103  Bohnen  als  „bestes  Tractemcnt“
  der  Krainer.  Zweimalige  Ernten,  sagt  er  weiter,  werden
überall  angestrebt,  nach  der  Weizen-  oder  Bohnenernte  wird
umgeackei-t  und  Heiden  gesäet,  nach  dem  Hanf  oder  Flachs,
Hirse.  „Zu  diesem  Ende  hat  man  im  Lande  überall  die  sogenannten ­
  Harpflen  gemacht,  da  man  das  Getreide  hineinlegt,
damit  es  truckne,  weil,  es  auf  dem  Feld  trucknen  zu  lassen,  die
Zeit  nicht  verstattet.“  —  Dazu  eine  Abbildung  einer  Harpffe,
ganz  so,  wie  sie  heute  noch  sind,  s.  S.  103.
näkar  m.  Erker,  Dachfenster;  vgl.  kämt,  aker  Erker  Lex.  86.
Nakoina,  Name  in  Gottschee  1730.
Namen.  Taufnamen  in  Gottschee  um  1614:  Andre,  Blase,  Elsa,  Gregor,
Gore,  Hansel,  Hans,  Jacob.  Jarne,  Jenne.  Lienhnrd.  Lorenz,  Lucas,
Sitzb.  .1.  phii.-hist.  CI.  LXV.  ßd.  II.  Hft.  31
            
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