Weitere Miltheilung-en über die Mundart von (iottschee.
441
do sprächet di diern: „hoi moirarin,
da spricht die Dirne: ei Meierin,
giet, $uechet mir kiieles prunnbasser,
geht, suchet mir kühles Brunnwasser,
IS. ih bil eu biegen eur jungen §un!“
ich werde euch (indess) wiegen euren jungen Sohn!
Und außar bat §i genom ir messerle
und heraus hat sie genommen ihr Messerlein
und steckoit 's im in kindisch harzle
und steckte es ihm in das kindische Herz
und s biegle i.st wart wolies pluet.
und das Wiegelein wurde sogleich voll Blut.
Di diern, deu giangait pehend aus
die Dirne, die gieng schnell hinaus
20. und innin igt kam di moirarin
und herein ist gekommen die Meierin
ir junger §un bar schone toad
ihr junger Sohn war schon todt
der dierne messerle gtackoit in §ainem harzle
der Dirne Messer stak in seinem Herzen.
Bie hoiße boinet deu moirarin!
wie heiß weinet die Meierin!
un das derhöreit der gruwe junc:
Sobald das erhörte der junge Graf
2S. „hoi, torbatl, du lieber main!
ei Thorwärtel, du lieber mein!
gia uhin zer moirarin
geh hinab zur Meierin
un trug, bäs ir waleu tuet
und frage, was ihr fehlen thut
giat ir ub deu woclvitzin
geht ihr ab das Kuchenbrot
oder der rdate bain?“
oder der rothe Wein?
30. 'Mir giat et ub deu wochitzin
mir geht nicht ab das Kuchenbrot
mir giat et ub dar rdate bain!
mir gebt nicht ab der rothe Wein!
mein junger §un, dar i$t schon toad
mein junger Sohn, der ist schon todt