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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Weitere  Mittheilungen  über  die  Mundart  von  Gottschee.

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Lucas  Jergel  Marte  son,  Name  in  Schwarzenbach  1680.
lnllen  saugen;  auch  tirol.  Schöpf  402.  Kämt.  Lex.  182,  zu  nl.  lul  f.
Röhre.
In§en  horchen;  ebenso  cimhr.  Wtb.  144,  tirol.  Schöpf  393;  kämt.
Lex.  182.  Lexer  findet,  daß  es  zu  got.  hlausjan  stimmt,  eine
Form,  die  auch  Fromm.  Zeitschr.  II,  938  angegeben  wird.  Ein
Stamm  hlns,  Grundspr.  krus  (altnord.  hlust  f.  das  Ohr;  sanskr.
crushti  f.  Gehör,  ahd.  hltlt,  gr.  /Ckuroq;  altsl.  slutu;  sanskr.  $rnta
etc.)  muß  wol  angenommen  werden,  zu  dem  ahd.  hlosän  losen
gehört,  aber  die  got.  Form  fehlt  uns  und  auch  ahd.,  mhd.  ist
läsen  nicht  überliefert.
M  steht  für  w  in  gemAchcn  gewesen,  s.  oben  S.  91.  Umgekehrt
steht  b=iv  für  m  in  bimtcl  (Mantel).
m  steht  für  n  in  mädel,  s.  d.
machen.  —  Das  Wort  machen  hat  einen  sehr  ausgedehnten
Gebrauch,  wie  in  den  „cimbrischen“  Mundarten,  wo  es  sogar
stark  biegend  ist.  CWtb.  145 a .  Ähnlich  im  ungrischen  Bergland ­
  Wtb.  7S b .  Nachtrag  40.  Die  Moccheni  haben  davon
ihren  Namen,  CWtb.  147;  vgl.  die  Bewohner  von  Gaidel  im
ungr.  Bergl.  Nachtr.  28.  —  katzelmiicher  m.  der  Italiener,  weil  er
Katzen  ißt;  vgl.  l'erkleniaclier  m.  der  Zipser,  weil  er  gerne
Spanferkel  ißt;  ungr.  Bergl.  Wtb.  30 a .  —  es  milcht  sich  es  geschieht, ­
  wie  im  ungr.  Bergl.  Nachtr.  40;  in  Tirol  es  macht
kalt  u.  dgl.  Schöpf  407;  vgl.  Stalder  11,  189.  —  wermächen
abschmalzen,  wie  in  Schlesien:  gemachtes  essen  abgeschmalzte ­
  Speise.  So  wie  man  sonst  sagt  kalk  anmachen,  teig
anmachen  d.  i.  durch  flüssige  Zuthat  zubereiten.  Schlesisch  entsteht ­
  daraus  das  Subst.  die  mache  oder  das  miicbsel  d.  i.  Fett,
Butter,  Weinhold  39 a ;  in  Gottsehee:  machilde  f.  inachadja  f.
Schweinschmalz,  s.  oben  S.  39  statt  smillze  (d.  i.  Butter)
machilde.  In  Tirol  milchete  n.  Fett  als  Zuthat  Schöpf  408;  in
Kärnten  mhchade  n.  Hackfleisch  in  der  Wassersuppe  u.  dgl.
Lex.  183;  auch  anderes  durch  Zuthaten  Angemachte,  wie
Mastfutter,  Fromm.  III,  364;  in  der  Schweiz  machete  Macherei,
Stahl.  II,  190;  im  Fränkischen  machetla  in  der  Bedeutung  wie
oben  kochadle  s.  d.  Fromm.  II,  246.  Auffallend  ist  hier  die
Übereinstimmung  mit  Schlesien  und  erinnert  an  den  freisin-
            
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