426
S c h r ö e r
„deu i§t mir ja wil lieber
denn §ilber und das gold!“
Treue Liebe.
Dortinne steat oin lindle hoacli
doben an bipfoin blüet §e scliean.
unte da §teat oin scbaiblain (runder) tisch
pai dam sjitzont zboi liebeu.
das püeble mächot a rechlunge:»)
„ich mueß es ziehn in das gröaße hör“
a§o da §prichot das diernle:
„beim, Heber kom§t du hinter sih?“
'über §ibn jor und 3 tage,
dannor kirn ih bidar!
’dennor zieh di äugen in das lindle hoacli:
schau du hin, über Reifnitzer podem.
’§o bir§t du §achen (sehen) a röaten fän,
dö birt ich noch im Iahen §ain.
’§o birst du Sachen a sböarzen fän,
dö birt ich schon gestorben §ain.'
ummer hent kam §ibn gänzeu jär
.jibn ganzeu jär und drei tage.
§i ziehot d’augn in das lindle hoacli,
§i schägot (schauet) hinüber in Raifnitzer podem
§i hat gefächen (gesehen) oin röaten fän.
hat geglaubt s i§t oin §boarzer fän.
§i ziehot bider hinterjih,
§i ziehot außen in röajein gurte.
§i .jetzot §i nider auv gräben jtoin,
§i boinot au §o bitterlich.
won baiten §ichot §’an raitar ziehen:
„borum boinojt du §o bitterlich?“
’bi $ol i nit bitterlich boinen
’) Das Wort ist mir sonst nicht vorgekommen. Soll hier machet a rechlunge bedeuten:
hält eine Ansprache (an die Geliebte), so ist etwa an ahd. rachjan sagen
zu denken. Vgl. mhd. erracbelich explicabilis.