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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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S  c  h  r  ö  e  r

leiche  f.Leichenbegängnis.  „Wenn  man  einenTodten  zu  Grabe  trägt
so  tragen  alle  mit  der  Leiche  gehende  Männer  eine  brennende
Kerze“;  Valvasor  VI,  301.  Wachskerzchen  werden  auch  jetzt
noch  bei  einem  Todlenamt  in  den  Kirchen  vertheilt  und  brennend ­
  in  Händen  gehalten.  Das  Wort  laiche  in  diesem  Sinne
steht  schon  in  dem  Liede  s.  oben  S.  104.
Leitgab,  Name  in  Gottschee  1750;  s.  laitgab.
legen  im  Buche  lesen.  Daß  das  Lesen  in  Gottschee  eine  neuere
Kunst  ist,  bezeugt  diese  Wortform;  es  ist  in  dieser  Bedeutung
ein  Fremdwort  und  bewahrt  das  ursprüngliche  e,  während  dasselbe ­
  Wort  in  der  Bedeutung  sammeln  lägen  s.  d.  gesprochen
wird.  So  heißt  im  ungr.  Berg],  die  Schrift  16s  f.  meine  Darst.
S.  185  [435],  lesen  im  Buche:  beten,  daselbst  und  Nachtr.  z.
Wtb.  17;  hingegen  beten:  sprechen  wie  in  G.  sprachen  s.  d.  und
sprechen:  kansen,  tädeng  s.  Nachtr.  35 a .
Leschitsch,  Name  in  Moswald  1750.
lenchtar  m.  der  Ständer  für  Lichtspäne;  lenchtarkeue  f.  die  Kluppe  in
die  der  Lichtspan  eingeklemmt  wird;  im  ungr.  Bergl.  klnft
Wtb.  71 a ;  vgl.  auch  keue  f.
liebe  f.  die  Geliebte.  Nach  dem  unbestimmten  Geschlechtsworte  a
lieben,  auch  mit  dem  Pronomen  du  liebeu  d.  i.  mhd.  licbiu;  so  im
Liede:  es  hatte  oindcr  a  scheanneu,  a  liebeu;  hingegen  deu  liebe.
Immer  in  der  Bedeutung:  Geliebte.  Es  ist  anstößig  zu  einem
Mädchen  zu  sagen:  du  lieben,  wenn  es  nicht  die  Geliebte  ist.
Und  so  wird  der  Geliebte  auch  der  liebe  genannt,  angesprochen
du  lieber,  was  sehr  herzlich  klingt;  s.  das  Lied  S.  57  f.  Ich
stelle  hieher  die  Balladen  von  der  lieben  und  treue  liebe,  dazu
einige  Bruchstücke  von  Liebesliedern.
Von  dar  Haben  (gelöster  Fluch).
Deu  habe,  deu  geanot  in  gürte
und  pintot  dam  liabon  a  peschle.
der  wür  dort  raitot  dar  Habe,
der  wür  dort  raitot  dar  liabe.
„bämon  pintogt,  du  liabeu,  das  peschle?“
'ich  pint  das,  liabar  direl'
„ich  hän  schon  oin  andreu  oin  liebeu
            
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