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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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S  c  h  r  ö  e  r

lü§en  lesen,  in  der  Bedeutung  von  aussuchen,  sammeln;  arbaißen
auslasen  Bohnen  auslesen;  vgl.  le§en.
Lasen,  Name  in  Biek  1614.
Laske,  auch  Loske,  Name  in  Deutschau.
laßen,  lußen  lassen;  Impr.  lä!  2.  Pers.  PI.  lat;  man  lußet  man  lässt.
lankern  in  außar  lankern  herauslocken;  §1  hat  nion  aus  aussar  gelaukert,
  sie  hat  ihm  alles  herausgelockt.  Vgl.  tirol.  leaklen  Schöpf
394,  wo  ich  aber  den  Vocal  ca,  der  ein  ü  oder  langes  oe  voraussetzt, ­
  ebenso  wenig  mit  löckcln  aus  locken,  liicken,  ahd.
locchön  zu  vereinbaren  weiß,  als  hier  au;  am  ehesten  wäre
denkbar,  daß  hier  eine  Intensivbildung  von  ahd.  lühhan,  got.
Inkan  anzunehmen  ist.  lüchen  ist  vielleicht  erhalten  in  kämt,
blauch  schüchtern,  übel  vor  Hunger  und  belauchen  sich  erholen,
Lex.  173  f.  obwol  die  ursprüngliche  Bedeutung  schliessen  hier
nicht  mehr  klar  wird.  Doch  scheint  aus  got.  nslukan  erschließen
und  ahd.  zuo  lühhan  zuschließen  ein  nhd.  laukern  mit  der  Bedeutung ­
  nach  und  nach  zum  Vorschein  bringen,  heraus  laukern
hervorlocken,  vollständig  klar.  Doch  vgl.  auch  slovenisch  Iavkati
  Nachlese  halten  und  loichen.
läuten,  ausliiuten  zu  Grabe  läuten;  es  läutet  oimon  aus  es  läutet
einem  aus,  d.  i.  man  läutet  einem  aus.  —  Di  klockhen  mih  bent
ausleuten  oben  S.  48.
lauterkraut  n.  sonst  gerader  Ziest,  stachys  recta  Linne,  in  Gottschee
auch  we§per  und  wescher  roa§e  was  auf  eine  Form  füsperrosc
zurückführt,  da  die  Pflanze  sonst  fusperkraut  (beim  Volke  gesprochen ­
  fuschperkraut,  daher  nicht  Fussbeerkraut  zu  schreiben)
heißt;  s.  über  den  Namen  und  Gebrauch  im  ungr.  Bergland  und
bei  den  Botanikern  meinen  Nachtr.  z.  Wtb.  S.  27.  Der  erste
Theil  des  Wortes  ist  zu  vergleichen  mit  Aspern.  Schmell.  I,
573,  das  dort  mit  dem  Adject.  busper,  musper  und  wusper
zusammengestellt  wird;  vgl.  Schm.  II,  642;  fränk.  gilt  dafür
mustern  Fromm.  III,  214  (Goethe  gebraucht  unmustern,  „da
ich  mich,  wo  nicht  krank  doch  unmustern  fühlte“,  Dichtung  und
Wahrheit  8  B.).  W'enn  letzteres  an  lat.  mustus  in  Form  und
Bedeutung  anklingt,  so  sind  damit  die  andern  Formen,  namentlich ­
  visperl  f.  behendes,  lebensvolles  Wesen,  Schm.  I,  573,  das
auch  mir  in  diesem  Sinne  aus  der  lebenden  Mundart  bekannt
ist,  noch  nicht  aufgeklärt.
            
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