Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Weitere  Mittheilungen  über  <!ie  Mundart  von  Gottschee.  413
in  Gottschee  Chrise  lauten  muß)  die  Koseform  von  Zacharias
Rocholz  bei  Fromm.  VI,  457.  Vgl.  das  folgende  Wort.
Krische,  die  Aussprache  dieses  Namens  ist  kri.je  (mit  weichem  s);
daher  ich  die  Schreibungen  Krise,  Crise,  Chrise  für  die  richtigeren
halte  obwol  ich  Crisclie  schon  1614  einmal  in  Kotschen  antreffe
(Crise  dreimal).  Sonst  erscheint  das  sch  zuerst  1684:  Krischinu
ex  civitate  (wo  Krisch,  vielleicht  ein  anderer  Name,  zu  Grunde
liegen  kann).  Erst  im  XVIII.  Jalirh.  wird  sch  allgemein  und
finde  ich  nun  Krisehe,  in  Neufriesach,  Suchen  vormals  bei  Brunn,
Pröse,  Moos,  Wretzen,  Tiefenthal,  Pogorelz,  Weissenbaeh,
Rusbach,  Rüssen,  Obertappelwerch,  Götenitz,  Kotschen  1750.
Hingegen  1783  noch  einmal  Krisse  ex  Hohenegg.  Der  wackere
Pfarrer  Johannes  in  Morobitz  hat  seinen  Namen  daher  nicht
Krize  schreiben  zu  lassen,  wie  der  Schematismus  der  Laibacher
Diöcese,  der  gerne  slovenisiert,  schreibt,  sondern  Krise,  wasalemann.
  Chrisi,  von  Chris  Zacharias  oder  kriesi  Kirsche  und  nicht
vonslov.  krizKreuz  abzuleitendst.  Von  letzterem  stammt  vielleicht
der  Name  Krisch  s.  d.  Daß  ein  deutsches  seit  in  dem  Namen  nicht
enthalten  ist,  sondern  s,  beweist  die  Aussprache,  die  das  deutsche
sch  nie  weich  spricht;  vgl.  wische  (Fische)  und  bi§e  (Wiese).
Krischmanu,  Ortschaft  1770  mit  5  Häusern.
kri§p,  kraus,  krhspen  in  Falten  legen;  vgl.  ital.  incrcspare
von  lat.  crispare.  Ehemals  trugen  die  Männer  in  Gottschee,
erzählte  man  mir:  kurzcu  gekri§pote  ho§en  mit  wiltschen  kurze
gefältelte  Hosen  mit  Gürteln,  watsche  f.  der  breite,  gezierte
Ledergürtel,  wie  noch  die  Tiroler  tragen;  s.  Schmell.  I,  578:
die  tatschen  2.  ist  nachzutragen  oben  S.  81.
krockatzen  rülpsen,  ahd.  croekezan  crocitare,  mein  Vocab.  von  1420
hat  cocinare  crochezin.
Kroinland  Krain,  s.  das  Lied  S.  47.
krudebide  f.  Viburnum;  auch  kudehide  hörte  ich  in  Mosche.  Da  der
2.  Theii  des  Wortes  bide  so  genau  zu  ahd.  witu  stimmt  (vgl.
kräna-bide  unter  kran),  so  erscheint  hier  eine  zweite  Zusammensetzung ­
  mit  diesem  seltenen  Worte  vorhanden  zu  sein,  was  um
so  merkwürdiger  ist,  als  weder  im  mhd.  noch  ahd.  eine  andere
Zusammensetzung  als  jene  (kranawitn)  nachgewiesen  ist;  —
krude-,  kude  —  ist  mir  nicht  klar.  Alemann.  krotte-beere
Frucht  des  Faulbaumes  wäre  zu  vgl.  s.  Stahl.  II,  135.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.