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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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S  c  h  r  ö  e  r

kalen,  koulen  bellen;  nihil,  kalten:  baii\  kämt.  Schm.  II,  288.
Lex.  134 a  etc.
kahler,  kiiuder  m.  ßebältniss,  Schrank.  Die  in  dem  S.  114  mitgetheilten
  Abschied  der  Braut  enthaltene  Form  kaultnr  ist
dasselbe.  Lexer  und  Schöpf  kennen  es  nur  in  der  Bedeutung
Fischbehälter.  Für  Wandschrank  erscheint  kalter  im  XVI.  Jahrh.
auch  bei  H.  Sachs,  s.  Schmell.  II,  189,  der  es  aus  Gehalter
ableitet.  Das  vocal.  ital.  tod.  von  1460  bat  f.  17 b :  ein  kalter,
una  credenza;  das  von  1423:  behalter,  der—l'almaro  II*.
kaldar,  kaudar  m.  Keller,  cimbr.  keldar  CWtb.  135:  daher
slov.  ktsvder.  Dies  mit  reinem  a  gesprochene  Wort  ist  von  dem
vorigen,  in  Bezug  auf  den  Vocal,  geschieden,  wie  wald,  Feld
von  bald,  Wald.  Das  reine  a  verlangt  mhd.  e  keller  (nicht  wie
das  mhd.  Wtb.  schreibt  keller).
Kalteysen,  Name  in  Schwarzenbach  1614.
kam  gekommen.  Hier  steht  a  für  uraltes  e  (queman),  da  schon  im
IX.  Jahrh.  quoman  auftritt.
Käme,  Name  in  Schwarzenbach  1614,  Kamme  1684,  1783.  Malgern,
Hasenfeld,  Linfeld  1730.  In  Neusol  im  ungr.  Berglande  finde
ich  1390  den  Namen:  Camus.
kamont  n.  Kummet  mhd.  komat,  kumat  u.  dgl.  russ.  choinonto.  Der
Nasal,  der  im  sloven.  kumat  nicht  zu  hören  ist,  fällt  auf.
kamesole  f.  die  Weste,  franz.  camisole  f.  Leonh.  Frisch  schreibt  auch
die  Camisole.
kampen  m.  Halsring  des  Ochsen,  vgl.  kamp  bei  Schöpf  300,  was
eins  ist  mit  Kamm  cristä  ahd.  champ.
kamper  lustig,  wacker.  Kampreu  dierue  lustige  Dirne;  schweizerisch
gämperisch  lustig,  geckisch,  Stahl.  I.  420,  bair.  gamper  bequem,
von  Kleidern;  ungamper  steif 1 );  gampern  springen.  Sebmell.  II,
148,  8.  Schöpf  172.  Ahd.  gambar  strenuus  Graff  IV,  207  f.
scheint  nicht  zu  stimmen,  indem  jedoch  cambri  sagacilas
Graff  IV,  208  heisst,  ist  vielleicht  für  gambar  strenuus  auch  die
Bedeutung  sagax  anzunehmen  und  die  wahrsagende  Frau,
Gambara,  bei  Paul.  Diac.  hiess  dann  die  weise,  weissagende.
1 J  Kärntisch  ist  nur  die  Form  ungamper;  schlesisch  ungampern,  mhd.  ungamper  ungeschickt,
  steif  erhalten.  Lexer  107.  Weinhold  26.  Das  mhd.  Beispiel,  das  Weinhold
anführt:  ungamper  unde  herte  rindes  hiute  Renner  12.  616,  stimmt  zur  bair.  Bedeutung ­
  von  gamper.
            
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