Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Lebensverlängerungen  der  Männer  des  Weges.

375

Einst  lebte  ein  Mensch  in  einem  Felsenhause  des  Berges  der
Erdstufe  der  Wolken  in  Schü.  Plötzlich  erschien  ein  Mensch,  der  mit
einem  einfachen  Kleide  von  gelbem  Atlas  und  mit  einem  Flachstuche
angethan  war.  Derselbe  trat  vor  ihn.  Hierauf  blickte  jener  Mensch
zurück  in  den  Spiegel,  und  es  war  ein  Hirsch.  Er  schrie  ihn  dabei
an.  Der  Ankömmling  wurde  ein  Hirsch  und  entfernte  sich  auf  der
Stelle.
Ferner  befand  sich  an  dem  Fusse  des  Berges  Lin-liii  ein  Blockhaus. ­
  So  oft  Leute  daselbst  übernachteten,  starben  sie  entweder,
oder  sie  wurden  krank.  Gewöhnlich  erschienen  in  der  Nacht  etliche
zehn  Menschen,  von  denen  einige  weiss,  andere  schwarz  gekleidet
waren.  Einige  waren  Weiber,  einige  waren  Männer.  Später  kam
Tschl-pe-I  an  dem  Orte  vorbei  und  übernachtete  daselbst.  Er  sass
bei  einer  hellen  Kerze.  Um  Mitternacht  sah  er  diese  Menschen  wirklich. ­
  Er  beleuchtete  sie  ganz  nahe  mit  dem  Spiegel,  und  es  war  ein
Rudel  Hunde.  Pe-I  ergriff  jetzt  die  Kerze,  erhob  sich  und  Hess
verstellter  Weise  eine  Schnuppe  der  Kerze  auf  ihre  Kleider  fallen.
Er  spürte  den  Gerucli  von  versengten  Haaren.  Hierauf  erstach  er
mit  dem  Schwerte  einen  Hund.  Die  Übrigen  erschracken  und  entfernten ­
  sich.
So  oft  man  in  das  Gebirge  tritt,  muss  man  einen  glückbringenden ­
  Tag  wählen.

Die  Beschaffenheit  der  Neigungen  des  Himmels  und  der  Erde,
die  glücklichen  und  unglücklichen  Vorbedeutungen  des  Yin  und  Yang,
wie  vielfach  sind  sie!  Es  ist  auch  schwer,  sie  zu  erklären.  Ich  sage
auch  nicht  mit  Gewissheit  von  ihnen,  dass  sie  sind.  Ferner  wage  ich
es  auch  nicht,  zu  behaupten,  dass  sie  nicht  sind.  Gleichwohl  sind  sie
es,  an  die  der  gelbe  Kaiser  und  Liü-wang  glaubten  und  denen  sie
sich  unterwarfen.  In  den  nahen  Zeitaltern  wurden  sie  durch  Yenkiün-ping
  und  Sse-ma-tsien  hastig  zum  Gebrauche  herangezogen,
und  in  den  vorschriftmässigen  Büchern  und  Überlieferungen  gibt  es
vorbeigehende  Tage,  die  glücklichen  Tage  kommen  von  selbst.  Wenn
die  königlichen  Herrscher  erhoben  die  Obrigkeiten  der  grossen  Vermerker,
  belehnten,  ernannten,  einsetzten  und  begründeten,  wenn  es
Angelegenheiten  gab  in  den  Stammhäusern  und  Ahnentempeln,  bei
den  Landesgöttern,  wenn  sie  in  den  Vorwerken  opferten  dem  Himmel
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.