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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

seinem  zwölften  Jahre  diese  Vorschriften.  Er  war  lim  die  Zeit  gewiss
noch  nicht  erschöpft  und  beschädigt.  Desswegen  sagte  er:  Wer  die
Stechwinde  gebraucht,  sieht  in  der  Nacht  und  hat  Licht.  —■  Die
zwei  Heilmittel  sind  nur  ein  und  dasselbe.  Sie  sind  wunderbare  Heilmittel ­
  der  langen.  Jahre.  Wenn  man  die  zwei  Gegenstände  vereinigt,
ist  es  gut,  doppelt  so  viel  Honig  zu  gebrauchen.  Man  siedet  sie  zugleich, ­
  zerstösst  sie  und  bildet  daraus  Kugeln.  Bei  dem  Heilmittel
des  grünen  Geistigen  und  bei  der  Stechwinde  darf  man  nichts
Saueres  essen.  Gebraucht  man  aber  nichts  anderes  als  Stechwinde,
so  ist  das  Sauere  eben  nicht  verboten.

Der  zu  dem  klaren  Leeren  gehörende  wahre  Mensch  von  dem
Geschlechte  Wang  übergab  der  vornehmen  Frau  des  Geschlechtes  Wei
von  der  südlichen  Berghöhe  das  Heilmittel  der  Kugeln  der  Unsterblichkeit ­
  der  Brodfrucht,  der  süssen  Pflanze.  Die  vornehme  Frau  von
dem  Geschlechte  Wei  wurde  in  ihrer  Jugend  häufig  von  Krankheiten
befallen.  Der  Gebieter  von  dem  Geschlechte  Wang  sagte  zu  ihr  in
dem  Districte  Sieu-wu:  Wer  den  Weg  erlernt,  soll  die  Krankheiten
entfernen.  Er  bewirkt  früher,  dass  die  fünf  Eingeweide  fest  und  voll,
Ohr  und  Auge  scharf  und  hell  sind.  Man  kann  dann  mit  den  Gedanken ­
  verweilen,  sich  kleiden  und  den  Wagen  lenken.
Dass  der  Gebieter  von  dem  Geschlechte  Wang  die  Wahren
herabsteigen  liess,  geschah  im  Winter  des  neunten  Jahres  des  Zeitraumes ­
  Yuen-khang  von  Tsin  (299  n.  Chr.),  in  dem  öffentlichen  Gebäude ­
  des  Districtes  Sieu-wu  in  der  Provinz  Ki.  Die  vornehme  Frau
war  um  die  Zeit  achtundvierzig  Jahre  alt.  Sie  gebrauchte  demnach
das  Heilmittel.  Als  Yin-king  sich  aus  dem  Zeitalter  entfernte,  war
sie  dreiundachtzig  Jahre  alt.  Dieses  war  zu  den  Zeiten  des  Kaisers
Tsching  von  Tsin,  im  achten  Jahre  des  Zeitraumes  Hien-ho,  dem
Jahre  Kia-wu  !).  Es  waren  damals  fünfunddreissig  Jahre  vergangen,
seit  die  vornehme  Frau  sich  ihm  angeschlossen  und  Arzneimittel
gebraucht  hatte.  In  der  Zwischenzeit  mochte  sie  es  vielleicht  nicht
lange  fortgesetzt  haben.  Sie  batte  durchaus  keine  anderen  Leiden
mehr.  Ihre  früheren  Krankheiten  waren  sämmtlich  geheilt,  ihr  Haupthaar ­
  war  nicht  weiss,  ihre  Zähne  fielen  nicht  aus,  ihr  Ohr  war
1 J  Das  Jahr  Kia-wu  (31)  ist  übrigens  das  neunte  Jahr  des  Zeitraumes  Hien-ho
(334  n.  Chr.)
            
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