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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Pfizmaier.

auch  lange  lieh,  war  doch  Niemand,  dev  es  gewagt  hatte,  ein  Wort
verstohlener  Weise  abzuschreiben.
Der  Gebieter  von  dem  Geschlechte  Tsching  war  ursprünglich
ein  grosser  Gelehrter  und  liebte  erst  spät  den  Weg.  Er  hielt  sich  an
die  Erwähnungen  der  Gebräuche  und  das  Buch  der  Schang,  die  er
ohne  Unterbrechung  lehrte  und  übergab.  Was  sein  Äusseres  betrifft,
so  war  sein  Blick  edel  und  vertrauensvoll,  sein  Benehmen  äusserst
gerade  und  regelmässig.  Wer  mit  ihm  zusammentraf  und  ihn  sah,
war  von  Ehrfurcht  erfüllt.  So  oft  er  um  etwas  fragte,  wartete  man
immer  auf  seine  freundliche  Miene  und  wagte  es  nicht,  sich  schlechtweg ­
  zu  entziehen.  Unter  den  fünfzig  Menschen  seines  Thores  habe
bloss  ich  die  vorschriftmiissigen  Bücher  des  Goldes  und  Mennigs  so
wie  den  inneren  Schriftschmuck  der  drei  Erhabenen,  das  Innere  des
Kopfkissens,  die  Erwähnungen  der  fünf  Grundstoffe  gesehen  und  in
Empfang  genommen.  Die  übrigen  Menschen  durften  nicht  ein  einziges
Mal  die  Titel  dieser  Bücher  betrachten.
Die  Verzeichnisse  der  sich  sammelnden  Unsterblichen  sagen:
Die  reichlichen  Früchte  sind  die  glänzenden  Perlen  des  sich
erhebenden  Frühlings.  Das  grosse  Überwindende  ist  das  versinkende
Reingeistige  des  ursprünglichen  Herbstes.  Die  mennigrothen  Kreuzdornfrüchte ­
  sind  die  Unsterblichkeitspflanze  der  Wolken  des  vollkommenen ­
  Yang.  Die  Stechwinde  ist  die  versteckte  Leibesfrucht  des
hochrothen  Göttlichen.  Die  fünf  Blumen  enthalten  Rauch.  Die  zwei
Lüfte  bringen  zurecht  das  Geistige,  ordnen  das  Ruhige.  Die  sechs
Lüfte  nähren  die  dunkle  Seele,  beschützen  das  Göttliche.

Die  Edelsteintochter  des  grossen  Ursprünglichen  lebte  zu  den
Zeiten  des  als  Kaiser  herrschenden  Schao-hao.  Sie  wohnte  auf  dem
Berge  der  langen  Fichten  in  Scho  und  ordnete  den  Weg  des  langen
Lebens.  Sie  begegnete  einem  Menschen  des  Berges,  der  ihr  den  verborgenen ­
  Schriftschmuck  der  acht  Himmel  übergab.  Er  hiess  sie
damit  den  Gürtel  behängen  und  sagte  zu  ihr:  Was  die  Erfordernisse
des  Weges  betrifft,  so  macht  man  das  Nichtsthun  zur  Grundlage.
Die  Schrift  der  acht  Himmel  ist  das  wahre  Nichtsthun,  aber  der  Weg
kommt  von  selbst  zu  Stande.  —  Gleichwohl  hiess  er  sie  den  Saft  des
gekrümmten  frühen  Morgens  des  Edelsteines  Lang-kan,  den  Mennig
der  acht  Rubinen  und  neun  Blumen  läutern  und  als  Lockspeise  ge-
            
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