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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  ni  a  i  e  l*

Fahren  sind  eintausend  '  siebenhundert  Abzweigungen.  Durch  die
Vorschriften  für  die  Zurechtweisung  seiner  seihst  in  den  ersten
Monaten  der  vier  Jahreszeiten,  für  die  Entschuldigungen  wegen  der
Fehler,  für  das  Niederlegen  und  Aulstehen  in  der  Frühe  und  am
Abend  kann  man  belehren  die  das  Lernen  beginnenden  Männer,  sie
führen  und  vorschreiten  lassen  zu  dem  gegen  das  Gute  gerichteten
Thore,  allmälig  gerade  stellen  ihr  Herz  und  langsam  aufhören  lassen
ihre  Verbrechen  und  ihre  Schuld.  Man  kann  es  nicht  sofort,  dahin
bringen,  dass  die  Menschen  den  Weg  erlangen.  Wenn  das  Blut  in
den  Adern  vertrocknet  und  stockt,  Geist  und  Luft  verschrumpfen  und
sich  zerschlagen,  wie  sollten  da  die  Geister  an  das  Wahre  denken
und  fähig  sein,  es  zu  bewachen?  Man  kennt  gewiss  nicht  dessen
Nutzen.  Dieses  kommt  daher,  dass  die  Menschen  bei  der  Obung  des
Weges  nach  der  Spitze  trachten,  aber  sich  keine  Mühe  mit  dem
Stamme  gehen.

Nährt  man  nach  innen  nicht  den  Geist,  müht  man  nach  aussen
ab  seine  Gestalt,  so  wird  das  ursprüngliche  Geistige  allmälig  leer,
Geist  und  Luft  werden  erschöpft  und  stocken.  Gebraucht  man  aber
Tag  und  Nacht  Arzneien  und  befleissigt  sich,  liest  man  und  sagt  her
die  Bücher  und  Entscheidungen,  so  ist  dieses  ebenfalls  ohne  Nutzen.
Die  Bücher  sind  dreizehntausend  Hauptstücke.  Sie  zeigen  bloss  das
Thor  und  die  Vorhalle,  zu  denen  man  anfänglich  hinübersetzt.  Der
König  der  Schang  empfing  als  Darreichung  die  Erfordernisse  und
übte  die  immerwährende  Langjährigkeit  Peng-tsu’s.  Nur  war  er  nicht
fähig,  sich  vor  seinen  Ausschreitungen  und  Begierden  zu  hüten.

Niii-ki  war  ein  Weinweib  auf  dem  Markte  von  Tschin.  Sie  bereitete ­
  den  besten  Wein.  Ein  unsterblicher  Mensch  ging  an  ihrem
Hause  vorbei  und  trank  Wein.  Er  gab  fünf  Rollen  ungeschmückter
Bücher  für  den  Wein.  Ki  öffnete  sie  und  blickte  in  sie.  Sie  enthielten ­
  die  Mittel  der  Unsterblichen,  die  Kunst,  die  angeborne  Eigenschaft ­
  zu  nähren,  das  Leben  zu  verlängern.  Ki  schrieb  heimlich  diese
Erfordernisse  und  Entscheidungen  ah  und  übte  sie.  In  drei  Jahren
waren  die  Züge  ihres  Angesichts  nochmals  jugendlich.  Sie  verkaufte
Wein  durch  mehrere  Jahre.  Der  unsterbliche  Mensch  kam  wieder
            
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