Die Lebensverliingeruug-en der Männer des Weges. 323
Weg besitzen. In den Händen Kostbarkeiten halten und sie nicht
verwenden, ist so viel als keine Kostbarkeiten besitzen.
Der ursprüngliche Gebieter des purpurnen Unscheinbaren sagte:
Wodurch Krankheit entstellt? Sie entsteht durch vieles Nachdenken.
Wodurch Unrecht hervorgebracht wird? Es wird hervorgebracht
durch die Zerstreuung des Herzens. Ist vieles Nachdenken,
so sind die Sachen weitläufig. Sind die Sachen weitläufig, so sind
sic zusammengesetzt und mannichfach. Schwimmen und Fluthen hat
keine Einschränkung, Verwirrung und Streit hört nicht auf. Was im
Inneren kocht, sind zehntausend Gedanken. Womit man nach aussen
sich abmüht, sind hundert Dienstleistungen. Gestalt und Geist werden
abgenützt, wie sollten die Krankheiten nicht aufkommen können?
Bei hohen Mauern, doppelten Riegeln fürchtet man noch immer, dass
die Räuber herannahen. Um wie viel mehr ist dieses der Fall, wenn
man die Thürflügel öffnet, die Schutzwehr entfernt, wenn durch uns
die Räuber zur Stelle gebracht werden! Weil die Vorsätze ohne
Ufer, verlässt man die angeborne Eigenschaft und das Herz. Weil
man Böses thut, erschüttert man das Wahre. Die Gestalt kommt und
befindet sich in dem Auge. Der Ton kommt hervor und dringt zu
dem Gehör. Überdeckt es die Säulen des Willens und hängt sich an
die Gedanken, so ist in Wirklichkeit Vermehrung und Überströmung.
Die Seele des Lichtes ist der richtige Geist. Der Geist ist vornehm,
erleuchtet und wahrhaftig. Die Seele der Finsterniss ist der Diimon
des Unrechts. Der Dämon ist noch immer wahnsinnig und unordentlich.
Wenn bei den Gedanken an die fliegenden Unsterblichen man
mit diesen zusammenstösst und sie sieht, so denkt man gewiss nach.
Wenn bei der Gemiithsstimmung des Wohlwollens und des Schutzes
man den Wesen begegnet, so ist dieses die Gipfelung. Hiernach
richtet man sein Herz ein. Das Herz ist der Weg.
Das Buch der neun Blumen sagt:
Das Auge ist der Spiegel des Leibes. Das Ohr ist das Fenster
des Leibes. Blickt man viel, so ist der Spiegel verdunkelt. Hört man
alles, so ist das Fenster verschlossen. Glättet man den Spiegel,
durchschneidet das Fenster, so ist man Fähig, zu durchdringen die
Tiefen, die zehntausend leeren Räume, genau zu erforschen den abgerissenen
Wiederhall. Das Angesicht ist die Vorhalle des Geistes.
Das Haupthaar ist die Blume des Gehirns. Ist das Herz traurig, so
ist das Angesicht verdorrt. Nimmt das Gehirn ab, so ist das Haupt-23
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