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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

Langjährigkeit,  man  kann  es  dahin  bringen,  zu  den  Unsterblichen
emporzusteigen.
Die  geheimen  Nothwendigkeiten  der  wahren  Menschen  des
grossen  Höchsten  sagen:
Die  Luft  ist  das  Werkzeug  des  Lichtes  der  Götter,  der  Inbegriff
des  Klaren  und  Trüben.  Weilt  sie  bei  dem  Ursprünglichen,  so  ist  der
Himmel  klar.  Befindet  sie  sich  in  dem  Menschen,  so  hat  der  Leib  den
Fortbestand.  Leben  und  Tod,  Schwinden  und  Fülle  richtet  sich
nämlich  nach  den  Zwischenräumen  der  Leitung.
Das  Buch  der  Edelsteine  der  grossen  Tiefen  sagt:
Indem  man  die  Luft  der  ursprünglichen  Wurzeln  verzehrt,
bewirkt  man,  dass  die  Mitte  der  Gliedmassen  des  Menschen  klar  und
leuchtend,  der  Geist  hell  und  von  achtfacher  Schärfe  ist.  Der  Leih
hat  den  Wiederschein  der  Sonne,  das  Angesicht  bat  den  feuchten
Glanz  der  Edelsteine.  Man  gebraucht  als  Lockspeise  den  Saft  des
Morgens,  hängt  die  Wurzeln  auf,  setzt  über  alles  die  Reiskörner.
Der  Weg  ist  nothwendiger  als  Gold  und  süsser  Wein,  die  Sache  ist
wundervoller  als  Eis  und  Edelsteine.  Dies  ist,  was  man  nennt:  aus
dem  Munde  nehmen  und  aufnehmen  die  grosse  Übereinstimmung  des
Selbsttätigen,  leiten  die  reingeistige  Luft  der  neun  Geistigen.
Das  Buch  Pao-pö-tse  sagt:
Die  Erfordernisse  des  langen  Lebens  bestehen  in  dem  Wege
der  zurückkehrenden  Jahre.  Die  Jahre  in  die  Länge  ziehen,  die
Krankheiten  entfernen,  folgt  diesem  zunächst.  Es  geschieht,  dass
man  sich  desswegen  nicht  selbst  rühmt.  Ist  man  von  Jahren  noch
jung,  ist  man  kräftig  und  kennt  die  zurückkehrenden  Jahre,  so
bessert  man  mit  dem  verborgenen  Mennig  das  Gehirn  aus.  Diejenigen, ­
  welche  die  sieben  Vortheile  in  dem  langen  Thale  pflücken,
gebrauchen  nicht  als  Lockspeise  die  Arzneien.  Sie  verfehlen  ebenfalls
nicht  ein  bis  zweihundert  Jahre.
Der  Wege  des  Verletzens  gibt  es  viele.  Wohin  die  Begabung
sich  nicht  erstreckt,  mühselig  ersehnen,  was  die  Kraft  nicht  überwindet, ­
  mit  Gewalt  beginnen,  tiefe  Kümmerniss,  heftiger  Hass,  Leid
und  Traurigkeit,  Lust  und  Freude,  was  man  leidenschaftlich  begehrt,
worüber  man  tief  sich  kränkt,  bei  Schlaf  und  Ruhe  die  Zeit  ausser
Acht  lassen,  stark  sich  berauschen  und  sich  erbrechen,  nachdem
man  satt  gegessen,  sich  sofort  niederlegen,  springen,  laufen  und  dabei
keuchen,  voll  Freude  laut  rufen,  wehklagen  und  weinen,  Nicht-I


            
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