Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Lebensverläng-erungen  der  Männer  des  Weges.

319

Gestaltlosen,  er  ruht  und  schöpft  Athem  bei  dem  Nachbarlosen.
Dies  ist,  was  man  nennt:  die  Quelle  des  Lebens  des  ursprünglichen ­
  Lichtes  erlangen.  Es  sagt  ferner:  Nach  aussen  denkt  man  an
das,  was  zerreissen  soll,  nach  innen  erklärt  man  das  ursprüngliche
Wahre,  dann  erst  kann  das  lange  Leben  bewahrt  werden.
Das  Buch  des  wundervollen  Wahren  sagt:
Die  Menschen  des  Weges  entwerfen  das  Lehen,  sie  entwerfen
nicht  den  Namen.  Die  Mitte  ihrer  Brust  ist  überaus  weiss.  In  ihren
Gedanken  ist  nichts,  das  sich  zur  Seite  neigte.  Ihre  Vorsätze  sind
gleich  dem  fliessenden  Wasser.  Wo  dieses  weilt,  sind  leere  Stadtmauern, ­
  mit  Anhäufen  und  Bewachen  hat  es  nichts  zu  thun.  Sie
sind  dann  fähig  zu  dem  langen  Leben.
Die  Hütung  sämmtlicher  Wahren  sagt:
Heftigkeit  und  Ungestüm  der  Gemüthsart  sind  der  grösste  Mörder
des  ganzen  Leibes,  die  dazwischen  gestellte  Leiter,  auf  der  man  sich
zurückzuziehen  sucht.  Wer  von  ihr  Gebrauch  macht,  von  dem  entfernen ­
  sich  die  Wahren.  Verbessert  man  es,  so  kommen  sie  auf  dem
Wege.  In  allen  Dingen,  bei  denen  man  mit  seines  Gleichenzusammentrifft,
  soll  man  sanft  und  bedächtig  sein  und  die  Ordnung  der
Geistigen  und  Reinen  erschöpfen.  Tliut  man  dieses,  so  ist  man  dem
Wege  nahe.  Der  Geist  ist  dasjenige,  zu  dem  Himmel  und  Erde  jagen.
Man  nährt  den  Geist,  pflegt  die  Gemüthsart,  verbringt  das  Leben,
leitet  die  Luft,  und  ermisst  dadurch  die  Schwierigkeiten.  Dieses  ist
das  Durchdringen  und  die  Erkenntniss  der  obersten  Höchstweisen
und  wahren  Menschen.  Diejenigen,  welche  den  Weg  üben,  sollen
dieses  thun  und  dadurch  aufladen  lassen  ihren  Leib.
Das  Buch  des  Gebieters,  des  Kaisers  des  grossen  Einzigen  sagt:
Ist  man  im  Stande,  beständig  zu  üben  die  Weise  der  die
Gemächer  der  Tiefen  beleuchtenden  neun  frühen  Morgen,  der  Kugeln
von  Schlamm,  so  umschlägt  man  die  Seele,  bringt  zurecht  das  zehntausendfache ­
  Unrecht.  Man  übt  es  klar  und  still,  bewirkt,  dass  die
Luft  der  reingeistigen  Unsterblichen  herabsteigt  zu  dem  Schlafgemache. ­
  Dies  ist  es,  was  man  nennt:  führen  die  drei  Lichter,  die
neun  Sterne  und  dadurch  beleuchten  die  hundert  Götter.
Die  Darlegungen  des  höchsten  Klaren  sagen:
Ist  die  Leibesfrucht  verschlossen  und  athmet  still,  bewahrt  man
im  Inneren  die  hundert  Götter,  verschluckt  den  Schatten,  schlingt
den  Saft,  so  isst  und  trinkt  man  von  selbst.  Der  Leib  hat  gewiss  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.