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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Unters,  d.  Frage,  ob  Griechenl.  m.  d.  Zerstör.  Korinths  röm.  Prov.  geword.  305
in  Achaja,  welche  noch  dazu  durch  die  gleich  darauffolgende  Erwähnung ­
  von  Elis  sich  als  achaisch  im  engeren  Sinne  des  Wortes  erweisen. ­
  i)  Wie  oft  gebraucht  aber  nicht  Cicero  Graecia  neben  Achaja
oder  für  das  Ganze!  Zum  Beweise  hiefür  einige  Stellen  aus  Cicero:
Quem  tu  locum  Graeciae  non  direptum  iri  putas.  Ad  Attic  IX  9.
Omnis  tibi  erat  Achaja,  Thessalia,  Athenae,  cuncta  Graecia  addicta.
  In  Pisonem  c.  16.  Achaja  exhausta.  Thessalia  vexata,
lacerataeAthenae,  Epirus  excisa,Loeri,Phoei,  Boeotii  exusti,
Acarnania,  Ampbilochia,  Perhaebia  Athamanumque  gens  vendita,
Macedonia  condonata  barbaris.  1.  c.  u.  40.  Da  ist  doch  gewiss
Achaja  nicht  Griechenland  gleichgestellt  und  ebenso  sicher  nicht  als
ein  Bestandtheil  von  Macedonien  erwähnt.  Nulla  unquam  civitas  in
totaAsia  et  Graecia  signum  ullum  vendidit.  Warum  heisst  es
denn  hier  nicht  Achaja  (in  Verrem  [V,  c.  59.)?  Totam  denique  Asiam,
Achajam,  Graeciam,  Siciliam  in  paucis  villis  inclusas  esse
videatis  (1.  c.  V.  48).  Wenn  aber  in  Verrem  I.  32  erwähnt  wird:  legati
  ex  Asia  atque  Achaja  plurimi  Romae  tune  fuerunt,  so  folgt  sogleich ­
  darauf  sociorum  et  amicorum,  diese  aber  werden  (de  frumento
89)  den  Provinzen  entgegen  gestellt:  lugent  omnesprovinciae,  queruntur
  omnes  liberi  populi.  Dieses  Moment  Hertzbergs  ist  somit  von  gar
keinem  Belange  für  das  Jahr  146,  sondern  höchstens  dafür,  dass  der
spätere  Sprachgebrauch  möglicher  Weise  öfter  sich  des  Ausdruckes ­
  Achaja  statt  Graecia  bediente.  Das  müsste  aber  erst  durch
eine  hinreichende  Menge  von  Stellen  nachgewiesen  werden.  Die
unseren  beweisen  das  Gegentheil.  Cäsar  unterscheidet  Achaja  sehr
genau  von  dem  übrigen  Griechenland  und  beschränkte  ersteres  auf
das  eigentliche  Achaja,  wie  de  bello  civili  III  c.  55—57  unwidersprechlich
  beweist,  wie  er  auch  genau  die  Grenze  zwischen  Macedonien, ­
  Epirus  und  Thessalien  angibt  III,  c.  36,  41.
Das  zweite  Hauptmoment  findet  Hertzberg  darin,  dass  Megara,
Aegina,Hermione,Messene  und  eine  wahrscheinlich  zu  denEIeutherolaconen
  gehörige  Stadt  mit  146  eineneueArabegannen.  Was  dieses  für  die
Einführung  der  Provinzialverfassung  beweisen  solle,  namentlich  wenn
eine  Eleutherolaconische  Stadt  und  dann  Städte,  weichegar  nicht  oder
nur  gezwungen  zum  achäischen  Bunde  gehört  hatten,  ihre  Ära  mit

*)  Vergl.  auch  ad  div.  XV,  15.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXV.  Bd.  II.  Hft.

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