Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Unters,  d.  Frage,  ob  Griechenl.  m.  d.  Zerstör.  Korinths  röm.  Prov.  geword.  289
Stelle  bei  Cimon  2  sagt  Q,  es  seien  bis  Lucullus  Zeit  keine  Propi  iitoren
  (<jrpccrr/yoi)  nach  Griechenland  geschickt  worden,  so  ist  diese
ganz  richtige  Stelle  in  voller  Übereinstimmung  mit  den  Angaben  des
Polybios.
Aber  auch  Strabon 3 )  stimmt  damit  überein,  indem  er  auseinandersetzt, ­
  dass  die  Römer  nach  der  Zerstörung  von  Korinth  nicht
in  einerlei  Weise  mit  den  Hellenen  verfuhren;  es  bezieht  sich
dieses  nicht  auf  die  gleiche  politische  Einrichtung,  sondern  Strabon
erläutert  selbst,  dass  sie  die  Einen  zu  erhalten,  die  Andern  zu  ver_
nichten  beabsichtigten.  Nur  in  soferne  war  eine  Gleichheit,  dass  die
Mauern  der  Städte,  welche  den  Römern  den  Krieg  erklärt  hatten,
niedergerissen,  die  Waffen  ausgeliefert,  die  Bündnisse  aufgelöst,  die
Städte  auch  social  isolirt,  endlich  alle  frei  erklärt  wurden.
Diodoros  hat  in  den  Fragmenten  (Buch  XXXII,  26)  nur  eine
pathetische  Erörterung  der  Ursachen  des  achäischen  Krieges,  nämlich ­
  dass  Kritolaos  wohl  die  Römer  zu  Freunden,  aber  nicht  zu  Herren
haben  wollte,  so  wie  dass  die  Achäer  die  bisherigen  Leiden  abschütteln ­
  wollten,  durch  die  Zerstörung  Korinths  aber  noch  Schlimmeres ­
  ärndeten.
Von  grössterWichtigkeitsind  die  Berichte  des  späterenP  a  u  s  a  ni  as.
Ihm  zufolge  haben  die  griechischen  (achäischen)  Städte  sich
bei  den  Römern  den  Polybios  erbeten,  dass  er  ihnen  ihre  Verfassungen ­
  und  Gesetze  gebe  —  eine  Darstellung,  welche  nicht  blos  höchst
unwahrscheinlich  ist,  sondern  auch  dem  Polybios  widerspricht,  der
aus  der  sichersten  Quelle  meldete,  dass  die  Legaten  ihm  den  oben
erwähnten  Auftrag  gegeben  hatten.
Pausanias  führt  weiter  an,  dass  bis  auf  seine  Zeit  ein  Präfect,
jedoch  nicht  von  Griechenland,  sondern  von  Acliaja  abgesendet
wurde,  weil  die  Hellenen,  an  deren  Spitze  damals  die  Achäer  gestanden, ­
  durch  Besiegung  der  letzteren  den  Römern  unterworfen
wurden,  was  in  mehr  als  einer  Beziehung  falsch  ist,  denn  die  Reihenfolge ­
  der  Präfecten  von  Acliaja,  die  bis  Pausanias  Zeit  reichte,  (äg
rührt  nicht  von  146  vor  Chr.,  sondern  von  Vespasian  her,  der
das  durch  Nero  aus  demProvinzialverbande  genommene  Acliaja  wieder
')  O'JTTCO  "Jäp  Eis  rrjv  "EXXada  'Pwpäen  tn-pai-vyoüg  öiE^epjrovro.
3 )  VIII.  7,  3.  Vergl.  damit  Hermann  defensio  p.9.n.28.  —  ot  ’Axaiol  (JteXöSvjffav  xar’
öXi-yov,  vjSyj  'Ptopcacov  s’xavrav  z/jv  "EXXaÖa  avprzarjav  xal  oü  röv  aörov  zpöizo-/
Ixatjrotg  xXXa  rovg  piv  roug  di  xaraXöeiv  ßouXopeVüjv.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXV.  Bd.  II.  Hft.  21
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.