Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Unters,  d.  Frage,  ob  Griechen!,  m.  d.  Zerstör.  Korinths  röm.  Prov.  geword.  279

von  wo  mail  den  Römern  die  Pforten  zum  Osten  geöffnet  hatte,  Königthum
  und  Republik  befänden  sich  von  Natur  aus  im  Zustande  unversöhnlicherFeindschaftt).
  Überall  hatte  die  Treue  gewankt;  die  Bestrafung ­
  folgte  nach.  Im  Jahre  178  mussten  Ätolier,  Epiroten,  Böotier,
Akarnanen,  Athener  und  AchäeribreVerbannten  zurückrufen,  damitRom
an  ihnen  eine  Partei  gewinne.  Jetzt  wurden  SSO  angesehene  (Principes)
  Ätolier  getödtet 3 ),  die  Städte  Äginium,  Agassä,  Aenion  der
Vernichtung  preisgegeben.  Alle  angesehenenMänner  und  wer  immer  dem
Könige  Perseus  nahe  gestanden,  bei  dem  Heere  oder  sonst  ein  höheres
Amt  begleitet  s),  mussten  sammt  den  über  15  Jahre  alten  Söhnen  Macedonien
  verlassen  und  nach  Italien  wandern.  Die  politische  Reinigung
des  achäischen  Bundes  folgte  nach.  Hatte  Philopömen  sich  als  Strateg
auf  das  demokratische  Element  gestützt,  so  wurde  dieses  nun  von
Kallikrates  als  das  den  Römern  feindlichste,  unversöhnlichste  Element
dargestellt.  Es  war  das  wirksamste  Mittel  die  Achäer  zu  schwächen
und  zu  schrecken,  als  ein  Tausend  von  ihnen  nach  Italien  gerufen
wurden.  Alba,  Spoletium,  die  etrurischen  Städte,  Carseoli,  Igiturnium
wandelten  sich  in  Gefängnisse  für  Kriegsgefangene  und  griechische
Patrioten  um.  Die  Kerker  Roms  eröffneten  ihre  unheilvollen  Zwinger,
welche  nur  Leichen  Wiedergaben.  Italien  ward  das  Gefängniss  des
freien  Griechenlands;  der  Triumph  über,  die  Welt  Alexanders  des
Grossen  war  vollständig.  Von  allen  Seiten  kamen  die  Gesandten  von
Königen  und  Völkern  nach  Rom  Glück  zu  wünschen,  abzubitten,  Verzeihung ­
  zu  erflehen.  Man  sah  die  rhodischen  Gesandten  mit  Ölzweigen
in  den  Händen  in  der  Curie  auf  dem  Boden  liegen  und  um  Gnade
bitten.  Es  wurde  dem  Könige  von  Pergamos  nicht  gestattet,  nach
Rom  zu  kommen.  Prusias,  welcher  sieh  einen  Freigelassenen  des
römischen  Volkes  nannte  und  die  Tracht  derselben  begehrte,
durfte  nach  Rom  kommen.  Er  warf  sich  an  dem  Eingänge  der  Curie
hin,  küsste  die  Schwelle,  nannte  die  Römer  seine  rettenden  Götter  *).
Es  durfte  hei  dem  blutigen  Drama  auch  der  Possenreisser  nicht
fehlen.

f(  Natura  inimica  inter  se  esse  Iiberam  civitateni  et  regem.  Liv.  XLIV,  24.
')  Liv,  XLV.  c.  28.  —  alios  in  exsilium  actos  esse.
3 )  Omnes  qui  in  aliquibus  ministeriis  regiis,  etiam  qui  in  minimis  legationibus  fuerant,
lussi  in  Italinm  —  ire;  qui  non  paruisset  imperio,  mors  denunciata.  Liv.  XLV.  c.  32.
4 J  Deos  servatores  suos.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.