Unters, d. Frage, ob Griechenl. m. d. Zerstör. Korinths röm.Prov. geword. 275
§• 2.
Die Römer in Griechenland.
Der Eintritt der macedonischen Periode in Griechenland hatte
sich durch die successive Niederwerfung der Phokäer, der Lokreer,
der Thessalier, der Thehaner und Atltener bemerklich gemacht. Der
Versuch, das macedonische Joch abzuschötteln, hatte zur Zerstörung
Thebens, zur Niederwerfung der Spartaner, zur Niederlage der
Athener und der Besetzung ihrer Stadt geführt.
Die Begründung des achäischen Bundes vermochte das macedonische
Übergewicht nur vorübergehend zu beseitigen. Als im
Kampfe mit Kleomenes um die Herrschaft des Peloponneses die
Achäer sich statt auf die Seite der Spartaner auf die der Macedonier
stellten, brach wohl der Sieg bei Sellasia die Macht der Herakliden
für immer, aber der achäische Bund wurde den Macedoniern
unterthan. Die Herrschaft König Philipps über Griechenland brach
•erst der Sieg der Römer bei Kynoskephalä, der die Befreiung aller
Griechen, die macedonisch geworden waren, herbeiführte 197.
Der Friede des Proconsul Flamininus war das Gegenstück zum
Frieden des Antalkidas (387), welcher die Erklärung des persischen
Grosskönigs enthielt, dass alle griechischen Städte autonom sein
sollten. Den einen dictirten die Römer, den anderen die Perser, nur
löste der antalkidische die Conföderationen auf, der des Flamininus
beliess sie, jedoch unter römischer Tutel und mit dem Rathe an die
Achäer, sich, wie eine Schildkröte zu benehmen, welche den Kopf
nicht aus dem Gehäuse herausstrecken dürfe.
Jahrhunderte hatte es gedauert, bis die Römer sich zu Herren
Italiens gemacht. Der erste punische Krieg führte sie nach Sicilien,
der zweite nach Griechenland, wo sie sich auf die Atolier stützten,
um den macedonischen König zu bekämpfen. Als diese sodann den
König von Syrien Antiochos nach Europa berieten, urtheilte man
bereits im römischen Lager, von diesem Kriege hänge der Besitz der
Weltherrschaft J ) ah. Von Gades bis zum rothen Meere werde sie ausgebreitet,
durch den Ocean beschlossen werden und das ganze
Menschengeschlecht nach den Göttern den römischen Namen ehren.
Allein dieser Kampf wurde zum grossen Theile in Europa geführt, bis
*) Livius XXXVI. c. 17.
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