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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Unters,  d.  Frage,  oh  Griechen!,  m.  d.  Zerstör.  Korinths  röm.  Prov.  geword.  271

Syrakus  durch  Marcellus,  die  Leiden  Grossgriechenlands  durch  Hannihal,
  der  Thurii  plündern  liess,  3500  Einwohner  nach  Kroton  verpflanzte,
dann  von  Stadt  zu  Stadt  zog,  die  Bewohner  zwang  ihre  Heimath  zu
verlassen,  worauf  diese  dem  Hasdrubal  zur  Plünderung  überlassen
wurde.  Als  der  punische  Feldherr  endlich  Italien,  dessen  Geissei  er
so  lange  Zeit  gewesen,  verliess,  befahl  er  noch  alle  Italer,  die  unter
ihm  gedient  hatten,  entweder  zu  Sclaven  zu  machen  oder  geradezu
mit  Wurfspiessen  niederzuschiessen  1 ).  Als  der  zweite  punische  Krieg
zu  Ende  ging,  um  durch  den  zweiten  macedonisehen  abgelöst  zu
werden,  hatten  Messane,  Syrakus  2)  und  die  (ihrigen  Griechenstädte
Siciliens  an  dem  jährlich  wechselnden  Prätor  ihren  Herrn  gefunden,
drohten  in  Italien  griechischen  Rücken  die  Ruthen,  dem  Nacken  das
römische  Beils),  waren  Rhegium  und  Tarent  dahin  gekommen,
dass  von  ihnen  gesagt  wurde,  es  sei  Rom  durch  ihre  Ruinen  gross
geworden  4 ).
Im  Mutterlande  war  es  während  dieser  Zeit  nicht  viel  besser
zugegangen.  Nur  eine  Neuorganisation  des  spartanischen  Staates,
in  welchem  2/ 5  des  Grundbesitzes  in  den  Händen  der  Frauen  waren,
konnte  diesem  noch  aufhelfen.  Als  Agis  III.  sie  durch  Vernichtung
der  Schuldbücher,  durch  eine  Neuverteilung  von  Grund  und  Boden
durch  eine  Dictatur  und  eine  Revolution  von  Oben  nach  Unten  versuchte ­
  ,  scheiterte  sein  Bemühen  am  Widerstande  der  Ephoren,
welche  schon  seit  Langem  der  Hammer  des  Königthums  geworden
waren.  Agis  wurde  im  Gefängnisse  ermordet.  Aber  dem  Sturze  des
Königthums  folgte  schon  unter  Kleomenes  226  der  Sturz  des  Ephorates
und  die  anfänglich  siegreiche  Entfaltung  der  spartanischen  Macht
nach.  Da  wurde  Megalopolis  geplündert  und  verwüstet.  Gemälde
und  Statuen  nach  Sparta  geschleppt,  die  Einwohner  retteten  kaum
das  nackte  Leben.  300  Talente  löste  Kleomenes  vom  Verkaufe  ge-*)

  Appian.  VII.  87.  58.  59.
2 )  Urbem  Syracusas  maximam  esse  Graecarum  urbiura  pulcherimamque  omnium
saepe  audistis.  Cicero.  Messanam  et  Syracusas  et  totam  Siciliam  ipsi  ha  beut
vcctigalemque  provinciam  securibus  ct  fuscibus  subiecerunt  (Romani).  Liv.  XXXI.
c.  29).
3 )  Virgae  tergo,  secures  cervicibus  imminent.  Liv.  XXXI.  29.
*)  Rhegium-Tarentum  lapsum  —  quorum  ruinis  crevit  urbs  Roinana  l.  c.  Magna
Graecia,  heisst  es  bei  Cicero  de  amicitia  c.  3.  quae  nunc  quidem  delcta  est,  tum
florebat,  etc.
            
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