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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Vorwand  Theben  das  gleiche  Schicksal  zu  bereiten  i).  Wenige  Jahre
später  erlitt  der  spartanische  König  Agis  II.  durch  Kassander  die
grosse  Niederlage  hei  Megalopolis,  wo  mit  S000  der  Seinigen  der
König  fiel.  Im  lamischen  Kriege  erlitten  die  AlhenEeer  nicht  hloss  eine
grosse  Niederlage,  sondern  den  Verlust  von  12.000  Bürgern,  die  auswandern ­
  mussten.  Bekannt  ist,  wie  rasch  die  spartanische  Bevölkerung ­
  sank,  das  Grundeigenthum  in  die  Hände  der  Frauen  kam,  der
innere  Kampf  sich  im  dritten  Jahrhunderte  auch  dahin  verpflanzte.
Der  durchgängige  Mangel  an  Einheit  in  der  griechischen
Geschichte  hatte  sich  auf  ihrem  Höhepunkte  schon  recht  empfindlich ­
  bemerkbar  gemacht;  er  bewirkte,  dass  zum  inneren  Verfalle
sich  die  Angriffe  von  Aussen  gesellten,  dass  die  verschiedenen
Theile  der  griechischen  Welt  sich  völlig  von  einander  lösten  und
einer  nach  dem  andern  der  Fremdherrschaft  verfiel.  Da  war  das
grosse  Sybaris  von  Hellenen  selbst  zerstört,  das  wichtige  Cumä
samnitisch,  Selinus,  Akragas,  Ilimera  von  den  Puniern  zerstört
worden,  von  welchen  es  heisst,  dass  sie  einen  Tlieil  ihrer  Gefangenen ­
  zu  kreuzigen,  den  anderen  auf  das  Schändlichste  zu
misshandeln  pflegten  2).  Auf  Messapier,  Lukaner,  Bruttier  folgten  in
Grossgriechenland  die  Römer  wie  in  Sicilien  auf  die  Punier.  Als
Pyrrhos  vergeblich  in  Italien  wie  in  Griechenland  gegen  Römer  wie
gegen  die  Punier  die  griechische  Sache  zu  retten  gesucht,  sank  diese
in  beiden  Ländern  für  immer.
Zur  punischen  Zerstörung  hellenischer  Städte  hatte  Dionys  eine
griechische  hinzugefügt,  als  er  die  Bürger  von  Naxos  und  Katania  als
Sclaven  verkaufte,  die  Mauern  und  Häuser  zerstörte,  das  Land  der  Naxier
den  Sikelern,  also  Nichtgriechen,  zu  wandte,  dieLeontiuer  nach  Syrakus
übersiedeln  mussten  s),  er  Messane  4),  Kaulonia  s),  Hipponion  zerstörte.
Dann  setzten  sieb  campanische  Soldaten  in  den  Besitz  von  Rhegion,
wo  sie  die  Männer  erschlugen,  Weiber  und  Kinder  sich  aneigneten,
Mamertiner  sich  in  den  Besitz  von  Messane.  Hierauf  kamen  erst  noch  die
schlimmen  Zeiten  des  zweiten  punischen  Krieges,  die  Eroberung  von

1 )  Doch  erstand  es  wieder,  so  dass  es  315  als  grosse  Stadt  (Polysperchon’s)  galt.
Grauer.t  S.  317.
2 )  Diodor  XIV.  3.
3 )  Diodor  XIV.  14.  20.
4 J  1.  c.  XIV.  8S.
=>)  1.  c.  XIV.  106.  107.
            
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