Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Nominale  der  Münzreform  des  Chalifen  Abdulmelik.

26  S

In  Betreft'  des  Feingehaltes  der  Münzen  zumal  der  frühesten  Zeit
liegen  fast  keine  Untersuchungen  vor  und  das  betreffende  Münzmaterial ­
  des  kaiserlichen  Cabinetes  ist  so  gering,  dass  ein  vollkommen ­
  sicheres  Resultat  hiefür  nicht  gewonnen  werden  kann.  Doch
darf  als  Durchschnitt  festgehalten  werden,  dass  die  beiden  edlen
Metalle  in  gleicher  Weise  mit  möglichst  genauem  Feingehalte  zu
0-87  Percent  ausgemünzt  wurden;  dass  auch  hierin  Schwankungen
.vorkamen,  zumal  beim  Dirhem,  zeigt  die  angezogene  Stelle  Abülmahasin’s.


Das  Verhältniss  des  Goldes  zum  Silber  stellt  sich  für  die  erste
Zeit  auf  14:1,  da  nach  dem  Zeugnisse  Dschauhari’s  der  Dinar  damals
zwanzig  Dirheme  galt  i).  Der  Ansatz  de  Sacy’s,  der  den  Werth  des
Dinars  auf  I  0  Dirheme  bestimmte,  kann  dagegen  nicht  bestehen,  und
die'Berechnung,  durch  welche  er  zu  diesem  Resultate  kam,  ist  nachweisbar ­
  falsch.  Er  ging  von  der  Nachricht  aus,  dass  für  die  Summe
von  200  Dirhemen  eine  Steuer  von  5  Dirhemen,  dagegen  für  20  Dinare
eine  Steuer  von  yi.  Dinar  zu  entrichten  war,  und  schloss  hieraus,  dass
das  Werthverhältniss  des  Goldes  zum  Silber  sich  auf  10:1  stelle  und
1  Dinar  10  Dirheme  galt.  Hierbei  ist  aber  der  Gewichtsunterschied
des  Dinars  und  des  Dirhems  unberücksichtigt  geblieben,  welche  nach
der  Sacy’schen  Bestimmung  gleiches  Gewicht  haben  müssten,  während ­
  thatsächlich  20  Dinare  nicht  so  viel  wie  20  Dirheme,  sondern
vielmehr  nur  wie  a °o/ 7  Dirheme  wiegen.  Wenn  ferner  1  Dinar  10  Dirheme ­
  galt,  so  würde  sich,  da  der  erstere  4-25  Gr.,  der  letztere

2-97  Gr.  wog,  eine  Relation

von

2-97  X  10
1F2B

=  7:1  zwischen  Gold

und  Silber  ergeben,  die  offenbar  zu  tief  gegriffen  ist.  Die  Angabe
Dschauhari’s,  dass  der  Dinar  20  Dirheme  galt,  ist  um  so  glaubwürdiger, ­
  als  damit  das  damalige  Werthverhältniss  von  4:1  zwischen
Gold  und  Silbe  r  im  byzantinischen  Münzwesen  zusammentrifft.
Wenn  wir  nun  uns  der  ungemein  genauen  Ausmünzung  des
Dinars  und  dagegen  des  schwankenden  Gewichtes  des  Dirhems
so  wie  der  Mannigfaltigkeit  der  in  Gold  geschlagenen  Nominale
erinnern,  so  kann  es  nicht  zweifelhaft  erscheinen,  dass  das  Gold
bereits  in  erster  Zeit  als  primäres  Metall  bezeichnet  werden  darf.

*)  v.  Golius  s.  v.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.