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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Nominale  der  Münzreform  des  Chalifen  Ahdulmelik.

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uungsmünze  als  eines  effectiven  Nominales.  Erst  Abdulmelik  machte
ihn  zur  ausschliesslichen  Basis  seiner  Silberpräge  und  gab  ihm  arabische ­
  Aufschriften.  Dieser  Sachverhalt  schimmert  auch  in  der  Darstellung ­
  Ihn  Chaldun’s  über  das  älteste  arabische  Münzwesen  durch,
wenn  er  gleich  seine  Meinung  nicht  in  so  bestimmter  Form  ausdrückt.
•  Fassen  wir  nun  das  Wesen  der  Münzorganisation  Abdulmeliks
zusammen,  so  stellt  sich  dieselbe  als  aus  der  Verbindung  römischer
und  sasanidischer  Nominale  hervorgegangen  dar.  Abdulmelik  schuf
kein  neues  Nominal  weder  für  die  Gold-  noch  für  die  Silberpräge,
sondern  beschränkte  sich  auf  die  Herübernahme  gewisser  Nominale
aus  dem  römischen  Münzsysteme,  und  auf  die  Behaltung  des  von
Omar  creirten  und  aus  der  persischen  Silberpräge  entsprungenen
legalen  Dirhems.  Diese  traten  an  die  Stelle  der  bisher  coursirenden
mannigfachen  Münzsorten  und  wurden  nunmehr  allein  in  den  arabischen ­
  Münzstätten  geschlagen.  Als  Münzeinheit  wurde  das  Exagium
solrdi  Romani  zu  Grunde  gelegt  und  auch  effectiv  wenngleich  in
erster  Zeit  nur  in  geringer  Menge  ausgebracht  t).  Für  die  gewöhnliche ­
  Goldmünze  oder  den  Dinar  ward  der  römische  Solidus  dieser
Zeit  zum  Muster  genommen,  für  die  Silbermünze  der  legale  Dirhem,
so  dass  beide  im  Verhältnisse  von  10:7  bezüglich  ihres  Gewichtes
zu  einander  standen.  Indem  Abdulmelik  in  solcher  Weise  an  die
Stelle  der  bisherigen  Regellosigkeit  des  arabischen  Geldwesens  ein
festgegliedertes  Münzsystem  setzte,  und  demselben  zugleich  einen
nationalen  Münztypus  verlieh,  erschien  er  in  den  Augen  der  Araber
und  ihrer  Historiker  als  Begründer  und  Urheber  des  arabischen
Münzwesens  und  in  der  That  blieben  die  von  ihm  in  die  arabische
Geld  präge  eingeführten  Nominale  für  Jahrhunderte  die  herrschenden
und  nahezu  ausschliesslichen  in  den  Ländern  des  Islams.
Es  bleibt  noch  die  Erörterung  eines  wichtigen  Punktes  übrig,
nämlich  der  Metallwährung,  welche  Ahdulmelik  für  sein  neues  Münzsystem ­
  adoptirte.  Um  hierüber  ins  Klare  zu  kommen,  ist  es  nütliig,
die  verschiedenen  Theilstücke  der  Gold-  und  Silberpräge,  den  Feingehalt ­
  des  Metalles  und  das  Werthverhältniss  des  Goldes  zum  Silber
zu  kennen.
*)  Eine  eigenthiimliche  Erscheinung  ist  es,  dass  der  Mithkal  mayal  sich  in  späterer
Zeit  so  unter  Al-Muktadir  und  Al-Nacer  häufig-  als  Goldmünze  findet,  jedoch,
wenigstens  bisher,  niemals  in  Silber,  wohl  in  Folge  davon  dass  die  Arabische
Silberpräge  aus  dem  sasanidischen  Münzsysteme  entsprungen  war,  das  den  genannten ­
  Mithkal  nicht  kannte.
            
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