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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

244

Bergmann

«.96—4.290  Gr.
«.97—3.930  „
«.97—4.  ISO  „
«.97—4.2S0  „
«.97  -4.260  „
«.97—4.26S  „
«.97-4.270  ,

«.98—4.26S
«.98—4.26S
«.98—426-5
«.98—4.270
«.98—4.275
«.98—4.275
«.99—4.290

Die  9  Stücke  Abdulmelik’s  ergeben  imDurchsclmitte  ein  Gewicht
von  4-22  Gr.,  die  11  Stücke  Walid’s  von  4-21  Gr.,  die  22  Stücke
Soliman's,  bei  welchen  die  Genauigkeit  der  Ausmünzung  am  deutlichsten ­
  hervortritt,  von  4-26  Gr.  für  den  Dinar.  Hiermit  treffen
die  von  Castiglioni  *)  beigebrachten  Wägungen  von  drei  Glasstücken,
  welche  nach  ihren  Aufschriften  das  Gewicht  eines  Dinares
darstellen,  zusammen.  Das  erste  derselben  mit  den  Namen  Asamah’s
ben  Zeid,  also  aus  der  Zeit  Walid’s  und  Soliman's  wiegt  4-18  Gr.,
das  zweite  von  Haian  ben  Seridsch  42-3  Gr.,  das  dritte  endlich  aus
dem  J.  414  4-28  Gr.,  im  Durchschnitte  also  4-23  Gr.  Wir  bestimmen ­
  demnach  das  Normalgewicht  des  Dinars  Abdulmelik’s
oder  den  jUo  in  runder  Zahl  auf  4-25  Gr.  Wenn  wir  nun
der  Herkunft  dieses  Nominals  nachforschen,  so  fällt  sofort  seine  genaue ­
  Übereinstimmung  mit  dem  Effectivgewichte  des  römischen  Solidus ­
  oder  Goldstückes  dieser  Zeit  auf,  von  welchem  Kosmas  sagt,
dass  er  bei  allen  Völkern  sich  finde,  und  an  jedem  Orte  von
einem  Ende  der  Erde  bis  zum  andern  gangbar  sei  und  überall  bewundert ­
  werde.  Es  ist  daher  nicht  zu  bezweifeln,  dass  Abdulmelik
bei  Normirung  des  Dinars  den  Solidus  zum  Muster  nahm,  der  bereits
in  den  Zeiten  des  Heidenthums  bei  den  Arabern  cursirte  a ).  Das
byzantinische  Gold  war  aber  in  den  ehemals  römischen  Provinzen  auch
nach  ihrer  Eroberung  durch  die  Muslim  in  Umlauf  geblieben,  wie
denn  positiv  gemeldet  wird,  dass  Omar  Jrak  seine  Dirheme,  Syrien
und  Ägypten  aber  ihren  Dinar  beliess,  unter  welchem  nichts  anderes
als  der  Solidus  verstanden  werden  kann.  So  leistete  Ägypten  nach

1 )  Dell  uso  cui  erano  destiuati  i  vetri  con  epigraphi.  cufiche  Milano  1847  p.  15.
2 )  Makrizi  1.  c.  p.  7.  Die  Heracia  oder  die  Solidi  des  Kaisers  Heraciius  werden  von
den  Arabischen  Quellen  specieii  erwähnt  v.  tractatus  de  legalihus  Arabum  ponderibus
  ed.  Tychsen  p.  19.
            
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