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Phillips, Über das iberische Alphabet.
Durch die vorausgehende Zusammenstellung der iberischen
Buchstaben wird vielleicht der freilich schwere Versuch ermöglicht,
mit Hülfe der für einzelne Beziehungen ermittelten Lautverhältnisse,
wie sie zwischen dem Iberischen und dem Lateinischen und Griechischen
bestehen, latinisirte iberische Namen in ihre Ursprache zurück
zu übersetzen. Man darf sich hier dadurch nicht irre machen
lassen, wenn ein Name auch ganz so klingt, als ob er römisch wäre.
So lässt sich nach der Analogie von Alboqoia = Albocela oder Albueela
wohl mit Gewissheit annehmen, dass der Name Aracefi
nicht den Himmelsaltar bedeutet, sondern mit Arecillitm wohl auf
Araqoia zurückzuführen wäre. So möchte sich gegen den römischen
Ursprung mancher anderer Namen einiges Bedenken erheben; ob
Castelluni, welcher Stammname an die Stadt Castulo in Baetica
erinnert, nebst diesem Namen von dem römischen Casteilum, ob der
Flussname Alba nicht aus Alaba abzuleiten sei ; ob in Oieastrum nicht
ein l euphonicum den Triphthong Den hat beseitigen sollen, wie er in
Oeaso fortbestand; ob bei Tenebrium neben Totiozcosecin (Leg. 287),
Tonobrica und Terebrica noch an eine lateinische Ableitung gedacht
werden dürfe, scheint doch etwas zweifelhaft zu sein. Auch
der römische Ursprung des sehr römisch lautenden Flussnamens
Rubricatus (jetzt Llubregat bei Barcellona) ist nicht unbedenklich
i<>2); doch hier werden wir auf einen andern Weg geleitet; in
Numidien gibt es nämlich einen Fluss desselben Namens, welcher als
flumen beneclictionis erklärt wird lfl3 ).
Wenn sie auch nicht von uns gelöst worden sind, so glauben
wir doch viele wissenschaftliche Fragen angeregt zu haben und
schliessen daher diese Abhandlung mit der Wiederholung unseres
Wunsches, dass Kundigere, als wir, durch eingehendere Bearbeitung
des gebotenen Materials zu grossen wissenschaftlichen Resultaten
geführt werden mögen.
*102) pij r römisch hält ihn Humboldt, Untersuchungen. S. 20.
^03) Gesen ius, Monumenta. p. 426.