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Über das iberische Alphabet. 231
6. Spiritus asper.
Die Zeichen H und H nehmen im Iberischen die Bedeutung
eines Spiritus asper ein. Man könnte in manchen Fällen versucht
sein, bei diesem H an ein griechisches Eta zu denken ”); wie
z. B. Leg. 133 Ht>l= jedenfalls die Stadt Edeta bezeichnet. Allein,
wenn es richtig sein sollte, dass der Name Secletani den nämlichen
Namen bezeichnet, so würden wir hier einen auch sonst vorkommenden
Zusammenhang zwischen dem Spiritus asper und dem S wiederfinden
58 ). Sehr deutlicherscheint dieser Spiritus in der Leg. 134:
,Halbq L F, welchen iberischen Namen die Börner mit Alabanenses
wiedergeben. Überhaupt haben die Römer regelmässig den Spiritus
asper weggelassen und die Griechen ihn öfters durch einen Spiritus
lenis ersetzt. So hat es z. B. den Anschein, als ob das Ovapa.
des Ptolomäus 50 ) die Leg. 140: Holimi wiedergebe« 0 ), was im
Lateinischen dann widerum als Varna C1 ) also doch mit einem Hauchlaute
erschien. Das iberische H kommt auch öfters im Inlaut vor und
hat dann zur Aspiration des vorangehenden Consonanten gedient.
7. Unlbvocal.
Ob das Iberische in dem I einen Halbvocal gehabt hat, muss
dahingestellt bleiben. Die Leg. 149: J?4V/t, kann vielleicht nach
dem späteren muthmasslichen Namen dieses Ortes Jecsalis « 2 ) als
ein solcher Zwitter gedacht und ihm der lateinische Stammname
Jaccetani an die Seite gesetzt werden zu dürfen. Wie es damit im
Inlaut gestanden hat, ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen; ein Beispiel
gibt die Leg. 285: TnSViioar.
Bevor wir zu den Vocalen übergehen, ist noch mit ein paar
Worten auf die im Iberischen vorkommenden Consonantengruppen
57 ) S. de Saulcy, Essai, p. 193.
5S ) Vgl. G. Curtius, a. a. 0. S. 331. Vgl. oben S. 60.
59 ) Ptolem. II. 3. p. 114. 18.
60 ) Boudard, a. a. 0. p. 199.
61 ) Vgl. Hü bner, I. c. n. 989 ;
32 ) S. Note 39.