Über das iberische Alphabet.
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in westphälischen Dialekten das sch nicht bloss wie S—x (z. B.
S—chinken), sondern auch sch — x (Sch — chinken) ausgesprochen
wird. Es wäre dies freilich, wenn sich die Sache so verhielte,
eine ganz singuläre Ausnahme, die, wenn sie — was kaum zu
glauben — etwa gar ursprünglich Regel gewesen sein sollte, dazu
dienen würde die Rathlosigkeit der Römer in der Wiedergabe der
iberischen Laute sehr zu entschuldigen.
Bei dieser Gelegenheit bildet sich wie von seihst die Frage, ob
die Iberer nicht vielleicht diese Zusammensetzung des Gutturals mit
einem Zischlaut kannten, wenn sie auch kein eigens dafür bestehendes
Zeichen, wie das £ und das x es waren, besassen? Die Frage
ist nicht auf den ersten Blick zu beantworten, weil es an bestimmten
Regeln fehlt, um zu ermitteln, oh zwischen zweien Consonanten ein
Vocal zu suppliren sei oder nicht. Ein cs, qs auch qz findet sich allerdings
in mehreren Legenden; z. B. Leg. 165: IWocs, Leg. 274
RoeqocXs und 275: RoeqocXz; allein diese dürften wohl durchaus
nicht dem lateinischen Xzu vergleichen, vielmehr durch Einschiebung
des Vocales e oder i zu vervollständigen sein. In dieser Bedeutung
haben wir die erwähnten Gruppirungen als Suffixe schon oben kennen
gelernt 47 ).
3. l)ie Dentalen.
Aus den uns zu Gebote stehenden Quellen sind nur die beiden
Dentalen A(D) und T ersichtlich. Auffallend ist es, dass sich hier kein
Beispiel davon findet, dassD im Anlaute stünde; auch unter den von
den Römern überlieferten hispanischen Namen finden sich verhältnissmässig
nur wenige, welche mit einem D anfangen und unter
diesen mehrere, welche keltisch sein dürften 48 ). Auch die Legenden,
welche T im Anlaute haben, sind gering an Zahl und wurden im
Lateinischen wohl ebenfalls durch T wiedergegeben; z. B. Leg. 291
Ttrnbo scheint mit lat. Turaniana zu deuten zu sein 40 ), Leg. 284
Tmbb'Vlz durch Tabucci 50 ), so wie Leg. 285 TnWiiocir an die Tempsi
4? ) S. 59.
4s ) Z. B. Deobriga und Dessobriga.
40 ) Boudard, a. a. 0. p. 290.
s0 ) ß ou d a r d , a. a. 0. p. 285.