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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  iberische  Alphabet.

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der  ehedem  Cypsela ss ~),  nachmals  im  zehnten  Jahrhundert  Jecsalis
und  später  S.  Felix  de  Guixols  genannt  worden  ist39);  jedenfalls
ist  es  aus  der  Übereinstimmung  von  Lras  und  LraH 1  sicher,  dass  4 J
ein  dem  S  verwandter  Laut  gewesen  ist,  indessen  der  Sprung  von
da  bis  TZ  ist  doch  etwas  zu  schnell;  eben  so  wenig  kann  hiebei  in
Anschlag  gebracht  werden,  dass,  weil  der  Name  Tsekedo  (Leg.  292)
mit  Ts  geschrieben  worden  sei 40 ),  desshalb  4 1  nicht  für  Ts,  sondern
für  Tz  zu  halten  sei,  auch  das  nicht,  dass  viele  Ortsnamen  auf  4 J
endigen.  Wir  glauben  daher  jene  von  Mommsen  in  Betreff  des
dorischen  San  gemachte  Äusserung  hier  ebenfalls  zur  Anwendung
bringen  zu  dürfen,  wonach  L H  —scli  gewesen  sein  möchte.  Der  eigentliche ­
  Grund,  warum  Boudard,  der  noch  in  seinem  frühem  Werke
(l'Alphabet  Iberien)  4 1  =  Sellin  annahm  4 t),  dafür  das  TZ  lieber
angewendet  wissen  wollte,  scheint  in  der  Meinung,  das  Iberische
auch  in  dieser  Hinsicht  aus  dem  Baskischen  erklären  zu  können,  zu
liegen;  allerdings  findet  sich  die  Endung  -itz  sehr  häufig  im  Baskischen ­
  vor.
Merkwürdig  bleibt  immer  die  vollkommene  Übereinstimmung  in
der  Gestalt  zwischen  dem  griechischen  Psi  und  unserem  4 1 ,  welches
dem  phönizischen  Schm  viel  näher  steht  als  das  archaistische  M.
Ehen  so  ist  es  auffallend,  dass  es  den  Anschein  hat,  als  oh  die  Form
des  Samech  ?  (iber.  $  und  ?)  sich  in  dem  griechischen  £  erhalten
habe 4 ^).  Wir  führen  diese  beiden  Erscheinungen  nur  als  solche  an
ohne  weitere  Consequenzen  daraus  ziehen  zu  wollen.
Wenn  indessen  einem  der  iberischen  Consonanten  die  Bedeutung ­
  von  TZ  beizulegen  ist,  so  kann  dies  nur  Zade  sein,  wie  ja  auch
dieser  punische  Buchstabe  in  der  nämlichen  Weise  von  den  Puniern
umschrieben  wird 4 «);  Tzade  bildet  offenbar  den  Gegensatz  zu  dem
etwas  sanfteren  Dzain,  so  wie  Samech  als  weicheres  S  gegen  den
rauhen  Laut  Schin.
Die  Römer  machten  mit  allen  diesen  Sibilanten  einen  kurzen
Process;  mit  wenigen  Ausnahmen  gaben  sie  dieselben  durch  ihr  S

38 )  Avien.  Ora  marit.  v.  527.
39 )  Petr.  d.  Mar  ca,  Maria  Hisp.  p.  164.
40 )  Das  zweite  Zeichen  £  dieser  Legende  ist  übrigens  gewiss  ein  2*
41 )  Boudard,  Etudes.  PI.  V.  n.  35.
A2)  Vgl.  Mommsen,  a.  a.  0.  S.  11.
Vgl.  Schröder,  a.  a.  0.  III.  Anin.

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