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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  iberische  Alphabet.

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erwähnt  wird.  Es  ist  dies  Cale  an  der  Mündung  des  Douro  so),
welches  der  Legende  ¥dman  dadurch  näher  kommt,  dass  es  auch
Calem  genannt  wird.
Jedenfalls  dürfte  aus  diesen  Erörterungen  so  viel  hervorgehen,
dass  X  kein  für  sich  bestehender  Buchstabe  ist;  wir  halten  ihn
viel  mehr  für  einen  Gutturalen,  dessen  Ähnlichkeit  mit  X  in  der
Form  X  und  mit  X,  X  und  X  darin  hervortritt,  dass  der  Querstrich ­
  nicht  oben  und  nicht  unten,  sondern  durch  die  Mitte  gezogen ­
  ist.
2.  Die  Sibilanten,
Wenn  den  Römern  der  stridor  punicus,  d.  h.  der  häufige
Gebrauch  von  Zischlauten,  bei  den  Karthagern  zuwider  war 31 ),  so
haben  sie  in  Hispanien  nicht  minder  Gelegenheit  gehabt,  diesen
Ohrenschmauss  zu  gemessen.  Die  Iberer  hatten  gleich  den  Phöniziern ­
  vier  Sibilanten  Z,  ?,  S  und  L H.  Bekanntlich  fanden  in  der
ältesten  Zeit  diese  vier  phönizischen  Zeichen  sich  auch  im  griechischen ­
  Alphabete  vor 33 );  sie  schmolzen  hier  aber  zusammen  und
„haben  zum  Theil  Namen  und  Platz  im  Alphabete  gewechselt,  zum
Theil  sind  sie  ausser  Brauch  gekommen“;  wie  das  geschehen,
„darüber  ist  die  Forschung  noch  nicht  zum  sicheren  Abschluss
gelangt“.  Gesenius  erklärt  die  Sache  so 33 ):  die  Griechen  haben
das  phönizische  Scnnech  unter  dem  Namen  Sigma,  das  Scliin  als  San
recipirt,  jenem  das  Zeichen  2.  diesem  M  oder  M  gegeben;  der
rauhe  Ton  des  San  sei  ihnen  nachmals  immer  mehr  zuwider
geworden  und  endlich  ganz  ausser  Gebrauch  gekommen;  seither
seien  jene  beiden  Namen  und  Zeichen  zu  einem  Buchstaben  geworden, ­
  der  im  Alphabete  die  Stelle  des  Scliin.  erhielt,  während  der
neue  Buchstabe  Z  den  Platz  erhielt,  welchen  bisher  das  Samech  eingenommen ­
  hatte;  was  sodann  die  beiden  anderen  Sibilanten  anbe-30

 )  Nach  diesem  Orte  hat  das  Königreich  Portugal  den  Namen  erhalten.  Vgl.  F  o  rbiger,
  Alte  Geographie.  Bd.  3.  S.  87.
51 )  Hi  er  on.  Epist.  97.
32 )  Corssen,  Alphabete  bei  Pauli,  Realencyklopiidie.  Bd.  1.  Abth.  1.  S.  799.
3S )  G  e  senius,  I.  c.  p.  66.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXV.  Bd.  II.  Hft.

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