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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  iberische  Alphabet.

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diese  Buchstaben  liegen  ganz  fern  von  dem  Gebrauche  ab,  in  welchem
dasXim  Iberischen  angewendet  wird.  Es  müsste  also  dieses  Zeichen,
wenn  nicht  einheimisch,  aus  dem  Griechischen  oder  Lateinischen  herübergekommen ­
  sein:  dort  wäre  allenfalls  auf  das  Xi,  hier  auf  das  Ex
oder  Ix  zu  vermuthen;  das  Erstere  ist  wenig,  das  Letztere  durchaus
nicht  wahrscheinlich.  Es  sind  im  Ganzen  sechs  Münzlegenden,  in
welchen  jener  Buchstabe  vorkommt:  Leg.  249:  Xe*,  Leg.  252,  2ö3:
Xdmun,  Leg.  249  bis:  Xon,  Leg.  231:  Xonemqn  und  Leg.  247:
QnXtH J .  Hier  fragt  sich  ob  X  sich  in  ganz  unbedingte  Parallele  zu
X  stellen  lasse;  näher  scheint  die  von  X  zu  liegen  und  in  der  That
findet  man  bei  Saulcy,  welcher  in  Betreff  der  Wiedergabe  der
Schriftzeichen  wohl  als  durchaus  gewissenhaft  anzusehen  ist,  folgende
Varianten:  >Kon  zweimal  und  Xon  dreimal.  Wenn  es  nun  richtig
sein  sollte,  dass  Xonemqn  —  Canama  wäre 17 ),  so  träte  auch  hier
der  /f-Laut  aufs  deutlichste  hervor  und  somit  schienen  5«,  X  und  X
wirklich  =  X  =  X  zu  sein.  Es  bleibt  also  nur  das  Zeichen  X  übrig
und  nach  dem  Vorhergehenden  dürfte  man  nicht  zu  kühn  erscheinen,
wenn  man  es  in  die  nämliche  Kategorie  stellt.  Unzweifelhaft  gehört
dies  Zeichen  nur  den  Legenden  ¥dman  und  Xe*  an;  wäre  es  also
jenen  anderen  gleichzustellen,  so  würde  man  lateinisch  Clman  und
Cez  (spr.  Kez)  zu  vermuthen  haben.  Für  das  Letztere  will  sich  in
der  ganzen  althispanischen  Geographie  kein  Name  finden  lassen,  der
auch  nur  im  Entferntesten  damit  in  Einklang  zu  bringen  wäre;  man
möchte  daher  vermuthen,  dass  X  hier  gar  nicht  im  Anlaute  stünde,
sondern  nur  den  Anfang  einer  Schlusssylbe  bilde.  Die  Leg.  Xe*  wird
nämlich  durch  eine  über  ihr  laufende  gerade  Linie  von  dem  Worte
Ililbt  getrennt 18 ),  womit  zusammen  der  -s  olle  Name  IlilbiXez  hiesse;
sollte  das  Letztere  hier  dem  so  häufig  vorkommenden  Suffixe  XH 1
entsprechen,  da  Z  allerdings  bisweilen  gleichbedeutend  mit  f
gebraucht  wird,  wie  der  Vergleich  der  Leg.  182  und  184:  Lraz  und
Zra L H  es  zeigt.  Doch  hier  ist  die  Grenze  unserer  Vermuthungen  in
Betreff  des  Xe*.  Was  nun  Xlman  anbelangt,  so  betreten  wir  damit
das  Gebiet  einer  nicht  unwichtigen  Controverse.
Saulcy  hält  in  der  Legende  XhMAM  das  erste  Zeichen  für
ein  ZT  gleich  dem  griechischen  Eta,  das  dritte  für  ein  2,  wie  eben  für

17 )  Boudard,  a.  a.  0.  p.  295.
ls )  Boudard,  a.  a.  0.  PI.  XX.  n.  9.
            
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