Über das iberische Alphabet.
223
diese Buchstaben liegen ganz fern von dem Gebrauche ab, in welchem
dasXim Iberischen angewendet wird. Es müsste also dieses Zeichen,
wenn nicht einheimisch, aus dem Griechischen oder Lateinischen herübergekommen
sein: dort wäre allenfalls auf das Xi, hier auf das Ex
oder Ix zu vermuthen; das Erstere ist wenig, das Letztere durchaus
nicht wahrscheinlich. Es sind im Ganzen sechs Münzlegenden, in
welchen jener Buchstabe vorkommt: Leg. 249: Xe*, Leg. 252, 2ö3:
Xdmun, Leg. 249 bis: Xon, Leg. 231: Xonemqn und Leg. 247:
QnXtH J . Hier fragt sich ob X sich in ganz unbedingte Parallele zu
X stellen lasse; näher scheint die von X zu liegen und in der That
findet man bei Saulcy, welcher in Betreff der Wiedergabe der
Schriftzeichen wohl als durchaus gewissenhaft anzusehen ist, folgende
Varianten: >Kon zweimal und Xon dreimal. Wenn es nun richtig
sein sollte, dass Xonemqn — Canama wäre 17 ), so träte auch hier
der /f-Laut aufs deutlichste hervor und somit schienen 5«, X und X
wirklich = X = X zu sein. Es bleibt also nur das Zeichen X übrig
und nach dem Vorhergehenden dürfte man nicht zu kühn erscheinen,
wenn man es in die nämliche Kategorie stellt. Unzweifelhaft gehört
dies Zeichen nur den Legenden ¥dman und Xe* an; wäre es also
jenen anderen gleichzustellen, so würde man lateinisch Clman und
Cez (spr. Kez) zu vermuthen haben. Für das Letztere will sich in
der ganzen althispanischen Geographie kein Name finden lassen, der
auch nur im Entferntesten damit in Einklang zu bringen wäre; man
möchte daher vermuthen, dass X hier gar nicht im Anlaute stünde,
sondern nur den Anfang einer Schlusssylbe bilde. Die Leg. Xe* wird
nämlich durch eine über ihr laufende gerade Linie von dem Worte
Ililbt getrennt 18 ), womit zusammen der -s olle Name IlilbiXez hiesse;
sollte das Letztere hier dem so häufig vorkommenden Suffixe XH 1
entsprechen, da Z allerdings bisweilen gleichbedeutend mit f
gebraucht wird, wie der Vergleich der Leg. 182 und 184: Lraz und
Zra L H es zeigt. Doch hier ist die Grenze unserer Vermuthungen in
Betreff des Xe*. Was nun Xlman anbelangt, so betreten wir damit
das Gebiet einer nicht unwichtigen Controverse.
Saulcy hält in der Legende XhMAM das erste Zeichen für
ein ZT gleich dem griechischen Eta, das dritte für ein 2, wie eben für
17 ) Boudard, a. a. 0. p. 295.
ls ) Boudard, a. a. 0. PI. XX. n. 9.