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Das Arabische kann dies sogar auf zwei Objecte, ein näheres
und ein entfernteres ausdehnen >)•
Oie Form der Pronominalsuffixe, welche dabei angewendet
werden, ist mit jener der Possessivsuffixe identisch, ein Beweis, dass
auch dieser Process ein alterthümlicher ist und nicht etwa
durch Zusammenrückung der einzelnen Elemente in späterer Zeit
entstanden sein kann.
G. Die Entwicklungsgeschichte beider Sprachstämme.
In der Entwicklung bestellt zwischen Indogermanisch und
Semitisch ein Gegensatz, wie er tiefer und einschneidender kaum
gedacht werden kann.
Die semitischen Sprachen gleichen einem aus Granit aufgeführten
Bauwerke, das allen äusseren Einflüssen trotzt und sich
immerwährend unversehrt erhält. Durch die scharfe Articulation der
Spraclilaute und das Vorwalten gutturaler Consonanten, sowie des
den Gutturalen am meisten verwandten a-Vocales sind die semitischen
Formen schon in ihren Elementen mehr geschützt, als die der anderen
Sprachen. Dazu kommt noch der Bau der Silbe, welcher weder im
Anlaut noch im Auslaute Anhäufungen von Consonanten duldet, in
denen vornehmlich der Grund der Zersetzung, welche wir innerhalb
des Sprachlebens wahrnehmen, gesucht werden muss.
Der Umfang der Worte ist innerhalb der semitischen Sprachen
sehr massig 1 ; so langgedehnte Formen, wie wir ihnen innerhalb der
indogermanischen Sprachen gar nicht selten begegnen, sind hier nicht
zulässig. Der Accent scheint so weit als möglich vom Ende sich
entfernt zu haben, d. h. er stund, da die meisten Formen der Sprache
dreisilbig waren, sofern er von einer langen vorletzten Silbe nicht
festgehalten wurde, auf der drittletzten Silbe.
Durch den mässigen Umfang wurden die Formen, da im Geiste
einer flectirenden Sprache jedem Worte nur ein Hauptaccent
zukommt, wunderbar conservirt.
1 ) Wenn die mittel- und neupersischen Dialekte verbale und nominale Pronoininal-Suflixe
zeigen, so ist dies auf den Einfluss im ersten Falle der aramäischen Sprachen,
im letzteren des Arabischen zurückzufiihren.