Indogermanisch und Semitisch.
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Was das Verbum betrifft, so wird sein Bau im Semitischen, wie
im Indogermanischen von dem Gegensätze der momentanen, vollendeten
und der sich entwickelnden, dauernden Handlung beherrscht.
In der Ausführung weichen aber Indogermanisch und Semitisch von
einander ab. Das Semitische kennt nur zwei auf den eben berührten
Gegensatz basirte Formen, welche äusserlich durch die verschiedene
Weise der Verbindung der Formelemeute (Pronominalelemente) mit
dem Stoffelemente (dem Verbalstamme) gekennzeichnet sind. Jene
Form, welche zum Ausdrucke der vollendeten Handlung dient, wird
durch Suffixe, jene dagegen, welche zum Ausdrucke der sich entwickelnden
Handlung bestimmt ist, wird durch Präfixe gebildet.
, Diesem einfachen Bau gegenüber, in welchem von einer näheren
Bezeichnung der Zeit und Modalität der Handlung vollkommen Umgang
genommen ist, hietet das Indogermanische einen reich entwickelten
Verbalausdruck dar. Neben den beiden den oben erwähnten
semitischen Formen entsprechenden Stämmen, dem Präsens- und
Aoriststamme, kommt noch ein aus dem Bereich des Präsens (III. Classe
im Sanskrit) sich herauslösender Perfectstamm in Anwendung und
werden Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, sowie WOnsch,
Möglichkeit und andere der Handlung anklebende Aceidentien innerhalb
der Verbalform durch lautliche Exponenten bezeichnet.
Das Verbum kann im Indogermanischen durch Vortritt gewisser
Partikeln determinirt werden. Diese Partikeln, obschon ein Theil
derselben aus tlectirten Nominalformen besteht, deren Bedeutung
abgeblasst ist, sind meistens reine, auf bestimmte räumliche und
zeitliche Verhältnisse hinweisende Formelemente und in diesem Sinne
dem Indogermanischen eigenthümlieh. Das Semitische entbehrt derselben
und muss sie innerhalb des Satzes durch concrete Nominalformen
und innerhalb des Verbums durch den Proeess der Wortbildung
ersetzen.
F. Die Wortzusammensetzung.
Die Wortzusammensetzung (Composition) ist ein Übergriff des
Wortes in den Satz. Es gibt bekanntlich viele Sprachen, bei denen
die Scheidung von Satz und Wort gar nicht durchgedrungen ist.
Das Indogermanische ist darin sehr massvoll, indem es nur jene