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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

aufgefasst  worden  sind  •).  Wir  halten  uns  auch  bei  der  weiteren
Darstellung  um  der  leichteren  Anordnung  willen  an  die  von  Boudard
angenommene  Reihenfolge  und  somit  auch  an  die  von  ihm  festgestellte
Buchstabenzahl,  nicht  minder  auch  an  die  Bedeutung  und  Aussprache,
welche  er  den  einzelnen  Buchstaben  beigelegt  bat  und  werden  unsere
Einwendungen  und  Bedenken  erst  an  den  uns  geeignet  scheinenden
Stellen  geltend  machen.  Obschon  unsere  Untersuchungen  wesentlich
auf  den  Resultaten  beruhen,  welche  die  Wissenschaft  der  Numismatik ­
  zu  Tag  gefördert  hat,  so  vermögen  wir  natürlich  doch  nicht
uns  auf  eigentliche  Fragen  der  Münzkunde  einzulassen;  nur  so  viel
sei  bemerkt,  dass  ein  grosser  Theil  der  iberischen  Münzen  in  die

1 )  Was  hier  zunächst  Libeco  anbetrifft,  welche  Leg 1 .  Boudard  (Numisinatique  Iberienne
p.  229)  mit  Saussaye  einem  an  einer  Mündung  der  Rhone  angesiedelten  Volke,
Lybici,  zuschreibt,  so  ist  sie  zwar  ohne  Zweifel  echt,  aber  sie  ist  nicht  iberisch.
Die  Exemplare,  welche  Boudard  und  seinen  Vorgängern  zu  Gesicht  gekommen ­
  sind,  und  deren  Fundorte  nicht  näher  angegeben  sind,  rühren  aller
Wahrscheinlichkeit  nach  von  dem  Münzfunde  zu  Burwein  in  Graubünden  her.  Vgl.
Mommsen,  die  nordetruskischen  Alphabete  auf  Inschriften  und  Münzen  (Mittheilungen
  der  antiquarischen  Gesellschaft  in  Zürich.  Bd.  7.  S.  203.  u.  ff.)  Unter
dieser  Voraussetzung  ist  die  Legende  als  nordetruskisch  anzusehen  und  nicht
„Libeko“,  sondern  “Piruko(s) u  zu  lesen.  Mommsen,  a.  a.  0.  S.  205.  Noch
bedenklicher  möchte  es  mit  dem  Iberianismus  der  Legende  „Ptop u  stehen,  bei
welcher  Boudard  (a.  a.  0.  p.  267)  an  eine  von  dem  Anonym.  Ravenn.  erwähnte
Stadt  Petavium  gedacht  hat,  die  in  der  Nähe  von  Telo  Martius  (Toulouse)  gelegen
war.  Es  waltet  kein  Zweifel  ob,  dass  die  Legende  der  Vorderseite  der  betreffenden
Münze  durchaus  keltisch  ist;  je  nach  Verschiedenheit  der  Exemplare  finden  sich
mehrere  keltische  Mannesnamen  BIUKIOC  (Legende  6)  AOVKOTIOC  (Boudard
a.  a.  0.  p.269)  oder  K0T1KVN0V,  für  welche  sich  viele  Analogien  auf  Münzen  und
Inschriften  finden.  S.  Mommsen  a.  a.  0.  —  Becker,  die  inschriftlichen
Überreste  der  keltischen  Sprache,  N.  2  (hei  Kuhn  und  Schleicher,  Beiträge
zur  vergleichenden  Sprachforschung.  Bd.  1.  S.  162).  N.  15.  S.  170.  Vgl.  ebend.
S-  191.  u.  ff.  S.  195.  Für  unsern  Zweck  ist  die  Rückseite  wichtiger.  Das  Wort
„Ptop u  findet  sich  nicht  auf  allen  Exemplaren,  wohl  aber  die  mehr  oder  minder
vollständige  griechische  Legende:  AOIT'OCTA  -AIITojN  (Leg.  39).  Das  Wort
„Ptop“  geht  dieser  entweder  voran,  oder  ist,  als  eine  besondere  Zeile  bildend,  vor
AHTojN  gestellt.  Letzteres  erinnert  an  MASSAAIHTßN  auf  massaliotischen
Münzen.  S.  Mommsen  a.  a.  0.  S.  231.  Note  24.  S.  205.  N.  38.  Die  weitere
Deutung  jenes  Wortes  muss  den  Numismatikern  überlassen  bleiben.  Was  aber
„Ptop a  anbetrifTt,  so  hätten  wir  darüber  zwei  Vermuthungen,  von  denen  wir  die
erstere  kaum  auszusprechen  wagen.  Boudard  bringt  a.  a.  0.  p.  247  folgende
Inschrift:
            
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